Auf "halben" Jugendpädagogen geeinigt

Er soll den Bedürfnissen der Jugendlichen nachspüren - Altstadtfest mit Jubiläumspreisen

EBERMANNSTADT. Der Kulturausschuss empfiehlt dem Stadtrat Ebermannstadt die Einstellung eines "halben" Jugendpflegers. Die zweite Hälfte seines Gehaltes soll der Sozialpädagoge, dessen Anstellung zunächst auf zwei Jahre befristet ist, von der Erzdiözese Bamberg bekommen.

Vorbild für diese Kooperation im Bereich der Jugendhilfe ist Hallstatt. Deshalb wurde angeregt, dort nach den Erfahrungen zu fragen, um gegebenenfalls davon profitieren zu können.

Als Ziele der Arbeit eines Jugendpflegers nannte Bürgermeister Franz Josef Kraus die Koordination der Jugendarbeit in der Stadt sowie Gewalt- und Suchtprävention. Weitere Aufgabenfelder sah das Stadtoberhaupt in der Planung des Ferienprogrammes und der Zusammenführung unterschiedlicher Cliquen. Das wichtigste sei jedoch erst einmal, "Strukturen zu schaffen".

Nach intensiver Recherche ist es dem Bürgermeister inzwischen gelungen, herauszufinden, warum die Jugendlichen seinen Einladungen bisher stets fern blieben. Das Angebot kam zu falschen Zeit konstatierte Kraus: "Wenn ich hamm geh, genn die erst fodd". Treffpunkt der Jüngeren sei die "Wache", während sich die über 18-Jährigen ab Mitternacht im "Bierbrunnen" träfen.

Jugend unter sich

Herausgefunden hat der Bürgermeister auch, dass es eine sehr streng getrennte "Cliquenwirtschaft" gebe. So seien Gymnasiasten, die sich als "Elite" fühlten, am liebsten unter ihresgleichen. Mit Real- oder Hauptschülern wollten sie nichts zu tun haben. Dies gelte auch umgekehrt für die Auszubildenden, die mit angehenden Abiturienten keinen Kontakt wünschten. "Das sind offenbar zwei verschiedene Welten", befand Bürgermeister Kraus, der darin das größte Hindernis für einen gemeinsamen Jugendtreff sah.

So müsse ein Jugendpfleger erst einmal das Vertrauen der jungen Leute gewinnen, um in Erfahrung zu bringen, was sie bewegt. Die Ergebnisse einer Umfrage an den Schulen, wonach die Ansiedlung eines "Mc Donalds", einer Discothek und eines Kinos einen Jugendtreff ersetzen könnten, zweifelten die Mitglieder des Kulturausschusses an. Ein Jugendpfleger, der als eine Art Streetworker arbeite, könne eher die wahren Bedürfnisse der unterschiedlichen Jugendgruppen eruieren.

Zunächst für zwei Jahre

So stellten sich die Ausschussmitglieder ausnahmslos hinter die Anstellung eines Sozialpädagogen, der zur Hälfte von der Stadt, zur Hälfte vom erzbischöflichen Ordinariat finanziert wird. Die Jugendlichen brauchen eine Anleitung wie sie ihre Freizeit sinnvoll gestalten können fand das Gremum und billigte die 80000 Mark, die für die Anstellung des Jugendpflegers in den nächsten zwei Jahren anfallen.

Zuvor hatte sich der Kulturausschuss ausführlich mit dem Altstadtfest im August befasst. Da heuer ein Jubiläum gefeiert wird - es findet zum 25.Mal statt - soll es auf Antrag von Wilhelm Dotterweich zur Eröffnung Jubiläumspreise geben. Die Maß Bier wird an diesem Tag für fünf Mark ausgeschenkt. Der Schoppen Wein kostet 2,50 Mark, wobei allerdings ein Aufschlag von 1,50 Mark für einen sozialen Zweck hinzu kommt.

Ein Provisorium

Der Weinstand wurde erneut an den Elferrat und TSV Ebermannstadt, die Kuchentheke an das Mütterzentrum vergeben. Der WC-Wagen soll im Einvernehmen mit den Ebermannstadter Gastronomen in der Oberen Hauptstraße auf dem ersten der vier Parkplätze aufgestellt werden. Diesen Platz, nahe dem Standort des Klowagens im Vorjahr fand die Mehrheit ideal, wenngleich Stadtrat Klaus Neuner einschränkte: "Es ist und bleibt ein Provisorium".

Weitere Einzelheiten, etwa der Standort des Weinstandes oder der Bühne sollen in einem Gespräch mit den Wirten "vor Ort" geklärt werden. Dabei sollen auch die restlichen Details des Programmes festgelegt werden. Sicher ist, dass es auch heuer wieder ein buntes Kinderprogramm mit Hüpfburg und Karussell geben wird. Auch das Musikprogramm für das sechstägige Spektakel steht. Neben den Niedermirsberger Musikanten, die das Bürgerfest eröffnen und noch einmal am Montag spielen, sind Auftritte des Walberla-Express, der Leutenbacher, der Leinbachtaler und ein Rock-Abend geplant. Zur Freude der Anwohner des Kapellenplatzes wird dort das Altstadfest auf drei Tage beschränkt.

Der Erlös aus dem Weinstand des Vorjahres von 2084,16 Mark geht zu gleichen Teilen an die Leichtathletikabteilung und die Tischtennisabteilung des TSV, die Jugendfeuerwehr und das Jugendrotkreuz mit Jugendwasserwacht.

Josef Hofbauer


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