Niemand will den Drahtverhau

Telekom will nicht mehr verkabeln, Ebermannstadt protestiert gegen Sparpläne

EBERMANNSTADT. In einem Schreiben hat die Deutsche Telekom die Stadtverwaltung Ebermannstadt davon in Kenntnis gesetzt, dass bei künftigen Netzausbaumaßnahmen Telefonkabel grundsätzlich nur oberirdisch velegt werden könnten. Als Begründung wurden “wirtschaftliche Zwänge des Unternehmens” genannt.

Verkabelungen seien nur noch dann möglich, wenn die Mehraufwendungen über die Erschließung abgerechnet würden, so die Telekom. Die Mitglieder des Bauausschusses zeigten dafür aber überhaupt kein Verständnis. Stadtrat Günter Böhm polterte: “Da komm ich mir ja vor wie verdrahtet”. Das sei ein Stand von 1948 und keineswegs eine Werbung für den Hightechstandort Deutschland. Auch die übrigen Ratsmitglieder sahen in dem angekündigten oberirdischen Leitungsbau einen “Rückschritt um mindestens 50 Jahre”.

Mit Bürgermeister Franz Josef Kraus protestierte der Bauausschuss “aufs Schärfste” gegen diese Billiglösung des einstigen Telefon-Monopolisten.

Statt klein bei zu geben, will das Gremium eine Art Gegenoffensive starten. Nach dem Motto: “Hilfe durch Selbsthilfe” soll geprüft werden, ob nicht die Stadtwerke Ebermannstadt in Zukunft die Telefonleitungen in Eigenregie bis zu einem vereinbarten “Übergabepunkt” unterirdisch verlegen und von der Telekom dann Durchleitungsgebühren verlangen sollen.

Oberstes Ziel nach Meinung der Stadträte: Ein “Drahtverhau” muss verhindert werden. Aus diesem Grund soll die Telekom mit dem Gegenangebot der Stadt konfrontiert werden.

Josef Hofbauer



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