Den Klärschlamm nicht schlecht reden
Über alternative Entsorgung nachgedacht
EBERMANNSTADT. Gedanken über Alternativen bei der Klärschlammentsorgung machten sich die Mitglieder des Umweltausschusses der Stadt in ihrer jüngsten Sitzung. Dabei wurde bekräftigt, dass die Verwertung des Produktes bis auf weiteres an erster Stelle stehen soll.
Bürgermeister Franz Josef Kraus unterstrich, dass die Diskussion über alternative Entsorgungswege für den Klärschlamm "nur eine reine Vorsichtsmaßnahme" sei. Überlegungen anzustellen sei aber deshalb notwendig, weil die potentiellen Abnehmer, das Kraftwerk in Frauenaurach und Aschaffenburg nicht mehr zur Verfügung stünden.
Höhere Kosten
Wenn eine Ausbringung auf landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr erlaubt sei, blieben nur noch die Möglichkeiten, den Klärschlamm auf der Deponie in Gosberg zu entsorgen oder ihn einzutrocknen und zu verbrennen. Dies sei aber beides mit zusätzlichen Kosten verbunden, die sich bei mindestens 60 Pfennig pro Kubikmeter bewegten. Genaue Zahlen konnten allerdings noch nicht genannt werden.
Prioriät Landwirte
Die Verbrennung sei wegen der notwendigen Zufeuerung aus Umweltgesichtspunkten die schlechtere Lösung war sich das Gremium einig. Vorerst soll aber so lange wie möglich an der Ausbringung des Klärschlammes auf landwirtschaftlichen Flächen festgehalten werden. Aufgrund der guten Qualität des Produktes - bei allen Parametern werden die höcht zulässigen Grenzwerte deutlich unterschritten - sei dies sinnvoll.
Abnahme-Probleme
Allerdings stehen Mitglieder von Erzeugergemeinschaften vor dem Problem, dass ihre angebauten Früchte dann nicht mehr abgenommen werden, wenn sie auf ihren Flächen mit Klärschlamm düngen. Ein entsprechendes Schreiben wurde an die Mitglieder verschickt.
Gleichzeitg wurde von der Ebermannstadter Verwaltung eine Karte erstellt, auf welchen Flächen im Überschwemmungsgebiet kein Klärschlamm ausgebracht werden darf. Der Umweltausschuss legte fest, dass diese Karte gegen Unterschrift an die betroffenen Grundstückseigentümer ausgehändigt werden soll. So könne sich keiner herausreden, er habe von dem Klärschlamm-Aufbringungsverbot nichts gewusst. Obendrei sei die Stadt bei ihren Flächen "auf der sicheren Seite".
Keine Gefahr
Keinen Handlungsbedarf sah der Umweltausschuss beim ehemaligen Müllplatz in Burggaillenreuth. Das Institut für Umweltgeologie und Altlasten der Landesgewerbeanstalt Bayern hatte bei ihrer Untersuchung weder Schicht noch Stauwasser feststellen können und so einer geringe Auswaschung von Schadstoffen bescheinigt. "Aus unserer Sicht geht von der Deponie keine Gefährdung aus" heißt es in dem Gutachten des Instituts, das empfiehlt, die Pflanzdecke wo möglich noch zu verdichten und dauerhaft zu erhalten. Dem schloss sich der Umweltausschuss an.
Gefülltes Konto
Bürgermeister Franz Josef Kraus rief in Erinnerung, dass die Stadt Ebermannstadt für das "Öko-Konto" insgesamt rund 44 Hektar Land gemeldet hat. Alle gemeldeten Flächen seien grundsätzlich für diesen Zweck geeignet. Derzeit sei die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Forchheim dabei, die Sache zu prüfen. Es sei davon auszugehen, dass der Stadt zwischen neun und zwölf Hektar Fläche auf dem Ökokonto gut geschrieben würden. Damit könne sich die Stadt durchaus sehen lassen fand Bürgermeister Kraus, der darauf hinwies, dass Ebermannstadt eine Vorreiterrolle im Landkreis inne habe.
JH
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