Mit seinem Zwischenbericht verblüffte der Landschaftsplaner die Mitglieder des Agenda- Arbeitskreises "Umwelt" ebenso, wie den Umweltausschuss, die einen Pflegeplan für das "Eschlipper Tal" erwartet hatten. Auch dem, vom Agenda- Arbeitskreis ins Gespräch gebrachten "Artenschutzteich" im Breitenbach-Tal erteilte der Naturschutz-Fachmann eine eindeutige Absage. Ein derartiger Eingriff schade mehr, als er nütze.
Das untersuchte Gebiet bezeichnete Scharl als "Kleinod, mit sehr schönen Auwäldern und einer Pflanzen- und Tiervielfalt wie man sie sich besser nicht vorstellen könne un die einem Naturschutzgebiet alle Ehre machen würde. So gilt das Eschlipper Tal als eines der "landesweit bedeutsamsten Vorkommen des, auf der Roten Liste für bedrohte Tierarten stehenden Feuersalamanders. Verantwortlich dafür sind die Quellbänder, die das Hanggebiet durchziehen und die für ein feuchtes Kleinklima sorgen, auf das der Feuersalamander oder die ebenfalls häufig vorkommende Gelbbauchunke angewiesen sind.
Das Wasser sei klar, ganz kalt, kalkreich, nährstoffarm und vor allem unbelastet. Würde der Bach angestaut, würde sich das Wasser erwärmen und so zu einer unerwünschten Veränderung führen. Auch wenn dies den Forellen entgegenkommen würde, findet das Scharl nicht gut, weil, die Forelle als natürlicher Feind des Feuersalamanders gilt, der es auf den Nachwuchs dieser gefährdeten Art abgesehen hat.
Das Eschlipper Tal sei auch ein Paradies für Schmetterlinge. Hier finden sich die "Spanische Fliege" ebenso, wie der Storchschnabelbläuling oder der Wiesenkopfbläuling. Auch schützenswerte Heuschreckenarten, seltene Wasserkäfer oder geschützte Pflanzen seien hier zu finden. Auch die Kalksinterausbildungen des Baches sollten aus Sicht des Naturschutzes erhalten bleiben.
In einigen Fällen gelte es abzuwägen, was wichtiger sei, die Pflanzenwelt oder die Tierwelt. Je nach der Zahl der Vorkommen will Scharl Empfehlungen geben, wo und in welchem Umfang Flächen entbuscht oder gemäht werden sollen. Er sprach von einer "Pflege in bestimmten Abständen", wobei das Mähgut jedoch entfernt werden soll. Die Aufforstungen mit den nicht standortgerechten Fichten sollen wieder verschwinden. Für sinnvoll hielt es der Landschaftsgärtner auch, den Parkplatz auf der linken Seite in Richtung Eschlipp, der als Müllplatz missbraucht werde, aufzulassen.
Ludwig Schwabe (SPD) zeigte sich beeindruckt von der fachlich fundierten Untersuchung des Eschlipper Tales. Kollege Hubert Herbst (CSU) stellte besonders heraus, dass auch ohne amtlich verordneten Naturschutz eine Artenvielfalt entstanden sei, die ihresgleichen suche. Das Fazit des Umweltfachmannes "Das was in dem untersuchten Bereich anzutreffen ist, braucht nicht den pflegenden Eingriff des Menschen" sei umso erfreulicher, als dadurch die Haushaltskasse geschont werde.
Auch Bürgermeister Franz Josef Kraus zeigte sich angenehm überrascht. Er sprach den Grundstückseigentümern, die die Flächen naturnah bewirtschaftet hatten ein besonderes Lob aus.
Josef Hofbauer