Gebürtiger Ebermannstadter kommt in den „päpstlichen Rat“

Dr. Norbert Hofmann soll künftig Dialog mit dem Judentum fördern

EBERMANNSTADT. Der aus Ebermannstadt stammende Salesianerpater Dr. Norbert Hofmann wird ab 1. Dezember im Vatikan als „Sekretär der Kommission für die religiösen Beziehungen zu den Juden“ arbeiten. Die Berufung erreichte den Theologen im Mutterhaus der Salesianer in Benediktbeuren.

Direkt nach seinem Abitur am „Gymnasium Fränkische Schweiz“ in Ebermannstadt trat Hofmann 1980 der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos (SDB) bei. Der gebürtige Franke studierte in Benediktbeuern Sozialpädagogik und Theologie.

Entsprechend den Zielvorgaben seines Ordens arbeitete er mehrere Jahre unter Jugendlichen in der Internatserziehung, konnte aber auch Erfahrungen in der Pfarrseelsorge und der Bildungsarbeit sammeln.

Weitere Studien schlossen sich in Luzern, Zürich und Rom an, wo der Seelsorger im Bereich der Bibelwissenschaften promovierte. Die letzten beiden Jahre dozierte Pater Dr. Norbert Hofmann im Fachbereich „Altes Testament“ an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos im Stammhaus der Benediktiner in Benediktbeuern in Oberbayern.

Mit dem Heiligen Land bestens vertraut

In besonderer Weise beschäftigte er sich in seinen Studien mit den jüdischen Schriften auch außerhalb der Bibel. So eignete er sich Kenntnisse über das Frühjudentum an. Das Land Israel und das heutige Judentum ist ihm durch Reisen ins „Heilige“ Land vertraut, wo er oft mehrwöchige Bibelkurse organisierte.

In seiner neuen Tätigkeit im Vatikan geht es vor allem darum, als Sekretär der entsprechenden Kommission den jüdisch-christlichen Dialog innerhalb der katholischen Kirche auf Weltebene durch entsprechende Initiativen und Projekte zu begleiten und zu fördern.

Konkret geht es um den Briefwechsel mit jüdischen Organisationen, die Veranstaltung von Tagungen und Begegnungen, die Beschäftigung mit entsprechenden Dokumenten und den Kontakt mit Institutionen, die den jüdisch-katholischen Dialog fördern.

In den USA und in Israel leben die meisten Juden, so dass diese beiden Länder besonders im Blickpunkt stehen. Es handelt sich also um eine internationale Aufgabe, die viel mit Begegnung und Dialog zu tun hat, und zwar auf allen möglichen Ebenen, sei es der religiösen, der gesellschaftlichen oder der politischen.

Zwei Bischöfe und ein Sekretär

Die „Kommission für die religiösen Beziehungen zu den Juden“ besteht im Kern aus ihrem Präsidenten, dem deutschen Kurienkardinal Walter Kasper (ehemaliger Bischof von Rottenburg-Stuttgart), einem weiteren Bischof als Vizepräsidenten, und dem Sekretär Pater Dr. Norbert Hofmann. Diese Kommission wurde 1974 von Papst Paul VI. gegründet und hat ihren Sitz innerhalb des „Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen“, dem ebenfalls Kardinal Kasper als Präfekt vorsteht. Dort geht es um Fragen der Ökumene, also um den Dialog mit anderen christlichen Konfessionen und Gemeinschaften.


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