Spanische Flagge im Eschlipper Tal

Landesweit bedeutsames Gebiet für Schmetterlinge und Feuersalamander

EBERMANNSTADT. Die "Spanische Flagge" und zwei Arten des Wiesenkopfbläulings, Gelbbauchunken und Feuersalamander machen das "Eschlipper Tal" zu einem Naturreservat ersten Ranges. Dies bekräftigte Landschaftsplaner Gottfried Scharl, Baunach, bei der Vorstellung des "Gewässerpflegerischen Begleitplanes" vor dem Umweltausschuss Ebermannstadt.

Landschaftsplaner Scharl, der eine Bestandaufnahme der im letzten halben Jahr eine Bestandsaufnahmen der Tier- und Pflanzenarten im "Eschlipper Tal" gemacht hat, legte nun einen Maßnahmenkatalog vor, wie die sehr seltene Schmetterlingspopulation und die landesweit bedeutsamnen Vorkommen des Feuersalamanders am besten geschützt werden können.

Die Pflegemaßnahmen, die sich auf die Mahd der Freiflächen zu unterschiedlichen Zeiten und den Abtransport des Mähgutes beschränken, sind in erster Linie auf die sehr seltenen Schmetterlingsarten wie den "Wiesenkopfbläuling", die "Spanische Flagge" und Schillerfalterarten abgestellt. Hauptziel sei es, die Lebensbedingungen dieser Tiere zu erhalten. So braucht der vom Aussterben bedrohte blaue Schmetterling als Pflanze den Wiesenknopf zu Ablage seiner Eier. Sie werden dann von Ameisen vertragen und verpuppen sich in Ameisenhaufen, die deshalb für den Schmetterling lebensnotwendig sind.

Die anderen vorkommenden Tierarten könnten durch den Erhalt des Status Quo, den Wechsel zwischen Feucht- und Trockengebieten auf engstem Raum, erhalten werden. Das nährstoffarme, sehr kalkreiche Wasser im Eschlipper Tal, das aus einer Vielzahl von Quellen sprudelt, produziere die typischen Kalktuffbecken. "Wenn das Wasser über Moos läuft" erklärte Scharl, "wird Kalk ausgefällt, der zu diesen typischen Ausprägungen führt".

Die dabei entstehenden "Gumpen" seien der bevorzugte Lebensraum des Feuersalamanders, von dem es ein landesweit bedeutsames Vorkommen im Eschlipper Tal gibt. Dies gelte auch für die Gelbbauchunke, die hier ihren natürlichen Lebenraum habe. Schutzwürdig seien auch die sehr seltenen Eschenwälder, doch hier müsse der Mensch nicht eingreifen.

Während die Fläche, auf denen die Schmetterlinge vorkommnen einmal jährlich bereits im Mai gemäht werden sollen, genüge es, wenn die Feuchtflächen einmal im zweijährigen Turnius im August gemäht würden.

Auch das Schilf entlang der Uferzonen müsse einmal jährlich gemäht werden. Allerdings sei darauf zu achten, dass nicht die gesamte Fläche auf einmal, sondern schachbrettartig vorgegangen werde. Um der schützenswerten Tierpopulation das Überleben zu sichern, müsse eine Hälfte stehen bleiben, so dass sich die Tiere auf der gemähten Hälfte neu ansiedeln könnten.

Als Sofortmaßnahmen empfahl der Landschaftsplaner die Rücknahme der Fichtenaufforstung, denn dadurch werde sämtliches Leben auf dem Waldboden erstickt. Ebenfalls wünschenwert sei die Entferneung des Asphaltes auf dem Parkplatz an der rechten Seite der Staatsstraße in Fahrtrichtung Eschlipp. Diese in den Pflegeplan aufgenommnenen Flächen könnten dem "Öko- Konto", das die Kommunen seit Jahresbeginn haben, gut geschrieben werden. Das Problem: Nur die wenigsten Flächen des als FFH-Gebiet (Flora Fauna Habitat) ausgewiesenen Bereiches sind in Händen der Stadt. Eine rechtliche Handhabe, dass die, von Landschaftsplaner Scharl empfohlenen Maßnahmen auch durchgeführt werden, gibt es nicht.

Die einzige Möglichkeit der Umsetzung des Planes sah Vizebürgermeister Alfons Dorn darin, die Grunstücksbesitzer von der Bedeutung des landschaftspflegerischen Begleitplanes in Kenntnis zu setzen und zu versuchen, sie von der Notwendigkeit der Maßnahmen zu überzeugen. "Alles auf freiwilliger Basis, versteht sich", betonte Dorn.

So einigte sich das Gremium, den Plan der Unteren Naturschutzbehörde und den Eigentümern bei einem gemeinsamen Treffen vorzustellen. Dabei soll auch über Fördermöglichkeiten einzelner Maßnahmen gesprochen werden. Erst danach soll der Gesamtstadtrat Möglichkeiten der Umsetzung des Maßnahmenkataloges diskutieren.

JH


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