Burgstall bald wieder sichtbar?

Landesamt für Denkmalpflege will den frühgeschichtlichen Wall frei legen

EBERMANNSTADT. Der "Burgstall" auf dem Feuerstein, eine "Wehranlage aus altersgrauer Zeit" wie es dazu im Ebermannstadter Heimatbuch heißt, soll nun frei gelegt werden. Über das Interesse des Landesamtes für Denkmalpflege an einer derartigen Aktion informierte Bürgermeister Franz Josef Kraus die Mitglieder des Umweltausschusses.

Die Anlage auf einem Ausläufer der "Langen Meile" über dem Ebermannstadter Baugebiet "Hasenberg" besteht aus einem etwa 300 Meter langen und fünf Meter hohen hufeisenförmigem Wall. Aufsteigend aus dem Rund dieses mächtigen Walles liegt in der Mitte ein 54 mal 60 Meter großer Kernhügel, umzogen von einem weiteren kleineren Wall. Hier könnte im Mittelalter eine Höhenrundburg gestanden haben. Der umschließende Rundwall dagegen könnte aus vor- oder frühgeschichtlicher Zeit stammen.

Offene Fragen

Diese offenen Fragen haben offenbar das Interesse des Landesamtes für Denkmalpflege geweckt. Dr. Björn Uwe Abels, so Bürgermeister Kraus, habe Interesse bekundet, die ehemalige Anlage unter offizieller Anleitung, professionell frei zu legen.

Hang in Gefahr?

Aus dem Aspekt des Interesses für die Frühgeschichte, so CSU- Fraktionschef Hubert Herbst, müsste man dem Vorhaben zustimmen. Die Sache sei sicher auch dem Fremdenverkehr förderlich, da aber nach ersten Informationen eine Fläche von 5.000 Quadratmetern Wald gerodet werden müsste, hatte Herbst Sorge, dass mehr Wasser im Boden versickert und die Gefahr eines Hangrutsches heraufbeschworen werden könnte. Einerseits Bannwald, andererseits Rodung, das widerspricht sich, meldete Herbst Bedenken gegen das Projekt an. Der Umweltausschuss einigte sich schließlich darauf, die Planung grundsätzlich weiter zu verfolgen und die Fachbehörden einzuschalten.

In Gesprächen mit Vertretern des Forstamtes, der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt, dem Wasserwirtschaftsamt und dem Landesamt für Denkmalpflege sollen Möglichkeiten gesucht werden, ob und wie die Freilegung des Burgstalls realisiert werden kann.

Josef Hofbauer


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