Bürgermeisterkandidat Georg Held betonte, ein Entschließungsantrag der EVP im Europa-Parlament zeige, dass die konservative Fraktion auch die Liberalisierung des Wassermarktes wolle. Damit würde die Trinkwasserversorgung zum Spielball von Großkonzernen. Die Selbstständigkeit kleiner kommunaler Wasserlieferer werde gefährdet. Als Folge seien explodierende Wasserpreise bei schlechterer Wasserqualität zu befürchten, wie das Beispiel England lehre. Dieses Fazit zieht die Ebermannstädter SPD in einer Presseerklärung.
Auf Anfrage erhielt Ludwig Schwabe eine Bestätigung seiner Bedenken aus dem Wasserwirtschaftsamt. Dieses stelle der Stadt wegen der geduldeten Ackerlandbewirtschaftung ein denkbar schlechtes Zeugnis aus.
Brigitte Heimbeck forderte, dass sich die Stadt nicht mit der Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte begnügen dürfe, nach dem Motto "unsere Werte passen, also ist doch alles in bester Ordnung". Vielmehr müsse die Stadt alle Anstrengungen unternehmen, um Schadstoffe in Boden und Wasser so weit wie möglich zu reduzieren.
Dies gelte allerdings auch für das Schutzgebiet zwischen Ebermannstadt und Pretzfeld. Heimbeck hält es für äußerst bedenklich, dass dort so ausgiebig landwirtschaftliche Abwässer ausgebracht würden. Laut Verordnung sei die Ausbringung von Gülle und Klärschlamm in der Engeren Schutzzone generell verboten, berichtete Stadtrat Schwabe. Mancher Bürger frage sich, ob die Überwachung all dieser Vorschriften in Ebermannstadt optimal organisiert und wirkungsvoll sei.
Jürgen Pöhlmann, Betriebsratsvorsitzender der Stadtwerke, möchte garantiert haben, dass trotz der notwendigen Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen im Strombereich die Ebermannstadter Trinkwasserversorgung unabhängig bleibt.
Bedingung dafür sei jedoch, so die Pressemitteilung weiter, dass sich diese Orte ernsthaft um ihre eigenen Wasservorkommen bemühten und diese weiterhin schützten. Heimbeck prägte den Ausdruck, zum "brüderlichen Teilen" sei die Stadt gegenüber den wasserarmen Ortsteilen auf der Fränkischen Hochfläche eigentlich moralisch verpflichtet. Sie berichtete von Gemeinden, in denen die Nutzung von Regenwasser als Brauchwasser sogar durch Zuschüsse unterstützt werden, während in Ebermannstadt immer noch Vorbehalte dagegen bestünden. Dank Regenwassernutzung könnte auch mehr Trinkwasser schadlos zur Versorgung anderer Ortsteile zur Verfügung stehen.
e. B.