In einer 28-seitigen Zusammenfassung hat der Landschaftsplaner alle geschützten und schutzwürdigen Flächen und Objekte aufgelistet. Besonders wertvoll - aus ökologischer Sicht - macht das Gebiet das Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Libelle, zwei Arten des Ameisenbläulings (Falter), der "Schrecke" und der "Spanischen Flagge" (ebenfalls Falter). Außerdem wurde im "Eschlipper Tal" ein landesweit bedeutsames Vorkommen des Feuersalamanders" festgestellt. Und auch Gelbbauchunke und Springfrosch fühlen sich sehr wohl.
An seltenen Pflanzen entdeckte der Landschaftsplaner den vom Aussterben bedrohten "Wiesenschachtelhalm" und den stark gefährdeten Türkenbund. Als gefährdete Pflanzen eingestuft sind Bärlach, Seidelbast und das gelbe Buschwindröschen, der Wolfseisenhut oder die wilde Mondviole.
Um diese Vielfalt der Biotopkomplexe zu erhalten, hat Gottfried Scharl eine Reihe von Maßnahmen vorgeschlagen. So soll eine völlig mit Schilf bewachsene Wässerwiese einmal im Jahr (im Mai) gemäht werden, während in anderen Bereichen einmal im Juni gemäht werden soll. In anderen Bereichen genügt eine Mahd alle zwei Jahre im August. Welche Maßnahmen für welche Fläche sinnvoll ist, wurde detailliert aufgelistet. Damit die Maßnahmen umgesetzt werden können, müssen die Besitzer der insgesamt 88 Grundstücke von der ökologischen Bedeutung ihres Landes in Kenntnis gesetzt werden. Die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen sei aber völlig freiwillig, betonte Scharl. Niemand könne dazu gezwungen werden.
Bürgermeister Franz Josef Kraus sieht dabei aber kein Problem. Zum einen sei dieser Artenreichtum bei einer "ganz normalen" Bewirtschaftung entstanden. Als Anreiz, bestimmte Maßnahmen (Mahd, Entbuschung, Teilrodung usw.) durchzuführen nannte Bürgermeister Kraus die finanziellen Zuschüsse, denn Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt würden gefördert. Es gehe nur darum, den Besitzern genaue Leitlinien an die Hand zu geben. Mit der Information der betroffenen Grundstücksbesitzer wurde jetzt die Verwaltung beauftragt.
Die Planung des "grünen Bandes" zwischen Kläranlage, Stadtwerken, der Peunt dem Rathaus und dem alten Sportplatz bis zum Stadtpark, das ursprünglich im Rahmen einer "kleinen Landesgartenschau" gestaltet werden sollte, soll jetzt seitens der Stadt vorangetrieben werden. Da Bamberg 2012 die Landesgartenschau ausrichten darf und Ebermannstadt vorher nicht zum Zug kommt, bliebe nur die Wahl, die Gestaltung selbst in die Hand zu nehmen. Einstimmig billigte der Umweltausschuss, dass für das kommende Jahr 15.000 Euro an Planungskosten bereit gestellt werden.
Auch ein Angebot für die Grüngestaltung im Bereich Breitenbach (Kosten gut 3.000 Euro) liegt vor. Außerdem soll eine 1,4 Meter hohe Statue aufgestellt werden, die einen Breitenbacher Säutreiber mit einem Hausschwein und einem kleinen Ferkelchen unter dem Arm zeigt.
Mit 24.688 Euro ist die Stadt Ebermannstadt an den Maßnahmen im Rahmen des Leader plus Programmes im Bereich der Fränkischen Schweiz beteiligt. Vorgesehen sind Maßnahmen mit einem Gesamtaufwand von vier Millionen Euro, wobei die Förderung 50 Prozent beträgt. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem der Erhalt des Keltenwalles in Burggaillenreuth und die Freilegung eines mittelalterlichen Burgstalles in Rothenbühl. Die Zahlen stehen bislang allerdings nur auf dem Papier, denn jede einzelne Maßnahme muss noch einmal separat beschlossen werden, ehe "etwas passiert".
Josef Hofbauer