Alles neu macht nicht nur der Mai allein

Niedermirsberg feierte Abschluss der Dorferneuerung - Charakter des Orts bleibt erhalten

NIEDERMIRSBERG. Das 525-Seelen-Dorf Niedermirsberg feierte den Abschluss seiner "Erneuerung". Pfarrer Bartholomäus Götz segnete am "Fuchs- und Hasenbrunnen" das gelungene Gemeinschaftswerk.

In 13 Jahren der Planung und Ausführung war ein echtes Gemeinschaftswerk entstanden. Unter Federführung der Direktion für Ländliche Entwicklung in Bamberg haben die Mirsberger gemeinsam mit der Stadt Ebermannstadt ihr Dorf wirklich schöner gemacht und versucht, den ländlichen Charakter zu erhalten. Insgesamt wurden in dieser Zeit 3,33 Millionen DM dafür im öffentlichen Bereich ausgegeben.

Dazu kommen noch private Einzelmaßnahmen. Niedermirsberg gehört zu den großen Dorferneuerungsortschaften in Oberfranken, betonte Baudirektor Richard Brunner von der Direktion für Ländliche Entwicklung in seiner Ansprache.

Zum Auftakt versammelten sich die Ehrengäste bei der Dorflinde und wurden von Edmund Herbst begrüßt. Hinter der Blaskapelle Niedermirsberg zogen die Festgäste zum Brunnen an der Mühlbachstraße.

Rückblicke

Geistlicher Rat Götz hob hervor, dass sich Niedermirsberg seit seiner Ankunft vor mehr als 30 Jahren wesentlich zum Schöneren gewandelt habe. Baudirektor Brunner blendete in seinen Ausführungen auf den Beginn der Dorferneuerung zurück.

Im Dezember 1987 wurde der Dorferneuerungsplan in Auftrag gegeben und in einer Bürgerversammlung im Januar 1988 zeigten rund 100 Ortsbewohner Interesse. Diese große Teilnahme an der Dorferneuerung habe nie nachgelassen.

An dem alten Hausspruch "Was einem gehört, muss man halten" sei auch das Leitbild für die Dorferneuerung ausgerichtet worden: Alles Schöne und Nützliche soll nicht leichtfertig durch Neues ersetzt werden. So sei dem Ortscharakter nichts Störendes "aufgedrückt" worden.

Die Kosten seien noch sehr günstig finanziert worden. 2,25 Millionen DM gab es als Staatszuschüsse und 1,08 Millionen DM betrug die Kostenbeteiligung der Stadt Ebermannstadt. Diese Finanzierung von rund zwei zu eins gebe es heute nicht mehr. Heute liege der Zuschussanteil bei maximal 50 Prozent.

Das Stadtoberhaupt Bürgermeister Franz Josef Kraus lobte die gute Arbeit der Direktion für Ländliche Entwicklung im Ebermannstädter Stadtteil Niedermirsberg. Als Ziel der Entwicklung in Dorf und Flur zeigte Kraus auf, die ländlichen Räume unter Berücksichtigung ihrer naturräumlichen, landschaftlichen, siedlungsstrukturellen und kulturellen Eigenart als gleichwertige Lebensräume zu bewahren und weiterzuentwickeln. Die damit angestrebte Haltung und Stärkung des ländlichen Raums sowie die Steigerung der Attraktivität wie am Beispiel Niedermirsberg sieht der Kommunalpolitiker als eine wichtige gesellschafts- und strukturpolitische Aufgabe.

Kraus erinnerte die Bürger daran, dass sie "eine Menge" Geld gespart haben, da die notwendigen Straßenbaumaßnahmen von der Direktion und der Stadt abgewickelt wurden. Lob zollte der Stadtchef dem in Niedermirsberg ansässigen Stadtrat Alfons Herbst und seinem Vorgänger Ludwig Hübschmann für deren unermüdlichen Einsatz in Sachen Dorferneuerung.

Künstler ziehen mit

Weiterhin hob der Bürgermeister die Verdienste seines Vertreter Alfons Dorn für die Flurbereinigung und Dorferneuerung in Niedermirsberg hervor. Auch der Stellenwert der Kunst wurde bei der Erneuerung des Dorfes nicht vergessen. Das in Niedermirsberg ansässige Künstlerpaar Gertrud Neinhard und Gerhard Weiland hat für drei Brunnen Bronzefiguren geschaffen; Fuchs und Hase, Henne und Eule.

Nach der Segensfeier bummelten die Gäste durch das Dorf und erfreuten sich an den gelungenen Erneuerungsmaßnahmen. Vor dem Feuerwehrhaus ging es gemütlich zu, gab es Freibier und Gegrilltes. Die Dorfmusikanten spielten dazu. Im Rahmen eines Frühschoppens wurde am Sonntag nachgefeiert.

fpo


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