Lesehunger ist ungebrochen

2000 gab es 190000 Entleihungen in den Büchereien des Landkreises

FORCHHEIM-LAND. Die Beliebtheit der öffentlichen Büchereien im Landkreis Forchheim ist ungebrochen, ergab der Jahresbericht der vom Michaelsbund betreuten Stadt,- Gemeinde- und katholisch- öffentlichen Büchereien, den Diözesanbibliothekarin Melanie Dirauf bei der Jahreskonferenz in Ebermannstadt vorlegte.

Vier Um- bzw. Neubauten bestimmten den Berichtszeitraum. So machten die große Renovierung in Ebermannstadt und der Umzug in ein Provisorium für den Neubau in Neunkirchen längere Unterbrechungen der Ausleihe notwendig. Trotzdem zeigt die Statistik deutlich, dass die Zahl der Leser konstant blieb und die Zahl der Entleihungen nur geringfügig abnahm.

Über 8000 Personen besuchten regelmäßig die Büchereien, um sich mit Lesestoff zur Unterhaltung und Weiterbildung, aber auch mit neuen Medien zu versorgen. Auf den Kreis hochgerechnet waren es 2000 über 190000 Entleihungen oder anders gerechnet: Die in den katholischen- öffentlichen Büchereien vorhandenen 108000 Medien wurden im Schnitt 1,76-mal benutzt. Als besonders erfreulich konnte Dirauf feststellen, dass das ehrenamtliche Engagement zugenommen hat. Der Zuwachs an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern belief sich auf fünf Prozent. Die begonnenen und abgeschlossenen Baumaßnahmen ließen den Aufwand in ungewöhnliche Höhen steigen: um 465 Prozent auf 1,5 Millionen Mark. Dahinter verbergen sich hauptsächlich die Baukosten für die Marktbücherei Eggolsheim, wo sich die Kosten des Umbaues der Scheune beim neuen Rathaus auf fast 800000 DM beliefen.

311000 Mark wandten der Markt Neunkirchen und die dortige Kirchenstiftung für den begonnenen Neubau eines Büchereigebäudes auf. Die Umbaukosten für die Ebermannstadter Bücherei St. Nikolaus schlugen mit 276000 DM zu Buche. Erste Kosten fielen auch in Heroldsbach an, wo die Kirchengemeinde mit dem Bau eines Gemeindezentrums mit Bücherei beginnen konnte.

Die Tendenz zum Ausbau des Büchereiwesens ist aber nicht nur auf den Forchheimer Raum beschränkt. So führt der Wegfall des Büchereibusses im Landkreis Bamberg zu etlichen Neugründungen. Hier wie dort tragen Kirchengemeinden und Kommunen dadurch dem trotz Internet steigenden Bedürfnis nach Lektüre Rechnung, wobei das Angebot keineswegs auf das klassische Buch beschränkt ist. Schon seit Jahren erweitern die zusammengeschlossenen Büchereien ihren Bestand um Zeitschriften, Tonträger aller Art, Videos und CD ROM.

Geschätzt würde zunehmend das Angebot an Brettspielen, ergab der Erfahrungsaustausch. Da Spiele üblicherweise aus mehreren, oft vielen Einzelteilen bestehen, ist ihre Ausleihe nicht so problemlos wie beim Buch. Deshalb standen praktische Erfahrungen über den Einkauf, Formen der Bereitstellung, aber auch die Ersatzteilbeschaffung im Vordergrund.

Die Dachorganisation, der Michaelsbund in München, kann 2001 auf das 100.Jahr seines Bestehens zurückschauen. Veranstaltungen zum Jubiläum werden von den einzelnen Mitgliedsbüchereien bekannt gegeben werden.

Lp


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