Ein Ort, um Gott als Mitte zu erfahren

Gottesdienst mit Erzbischof Schick in renovierter Kirche für Ebermannstadt ein großes Ereignis

Ebermannstadt. "Die Freude an Gott ist die Kraft unseres Lebens". Unter diesen Gedanken stellte der Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick seinen Besuch in Ebermannstadt aus Anlass des ersten Gottesdienstes nach der Sanierung der St.-Nikolaus-Kirche.

Eine Renovierung sollte ein Anlass sein, das geistliche und christliche Leben neu auszurichten, ermunterte er in seiner Predigt die zahlreich versammelten Gläubigen.

Zwölf Jahre ist es her, dass ein Bamberger Oberhirte die Pfarrei besuchte. Vier Wochen nach seiner Amtseinführung absolvierte Erzbischof Ludwig Schick seinen ersten offiziellen Termin in der Diözese in Ebermannstadt. Eine Ehre für die Stadt und etwas, was sie mit Stolz erfülle, sagte bei der Begrüßung auf dem Kirchenvorplatz Erster Bürgermeister Franz Josef Kraus.

Entsprechend festlich und herzlich war der Empfang. Angeführt vom Musikverein Gasseldorf hatten sich alle Vereine und Verbände der Stadt, der Stadtrat und der Pfarrgemeinderat in die Kirchenparade eingereiht. Die Fahnenabordnungen nahmen dann am Altar Aufstellung. Bürgermeister Kraus wünschte dem Bischof ein segensreiches Wirken. Anschließend bekam er von Carolin Götz Blumen überreicht.

"Ein Haus voll Glorie schauet" sang die Kirchengemeinde nach dem Einzug der Geistlichkeit - Konzelebranten waren Pfarrer Hans Hübner, Pfarrer i.R. Franz Deinlein und Kaplan Stefan Alexander -, erfüllt von Freude, am Kirchweihfest ein helles und behutsam gestaltetes Gotteshaus annehmen zu können, das die Balance zwischen Traditionen und der Moderne hält und die geistige Inspiration fördert.

Festlich feierlich auch der Beitrag des Kirchenchores, der mit Orchesterbegleitung (Orgel: Regionalkantor Georg Schäffner) und Solisten unter Leitung von Bernhard Stadter die Krönungsmesse von W.A. Mozart darbot.

Eine Ehre für die Pfarrgemeinde, aber auch eine Anerkennung für die vielen ehrenamtlichen Helfer, die die Renovierung begleiteten, sei der Besuch des Bischofs. So Pfarrer Hans Hübner in seiner Begrüßung.

Diesen Gedanken nahm Prof. Ludwig Schick auf, als er Pfarrer Hübner, Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat, den vielen Frauen und Männern für die Opferbereitschaft, die so eine Renovierung erfordert, dankte. Er gestand, dass er schon einmal privat in Ebermannstadt weilte, als er einen Mitbruder in der Klinik besuchte. Das Gotteshaus möge ein Ort der Begegnung sein in Freude und in schweren Stunden, war sein Wunsch. Sein wahrer Sinn liege aber darin, sagte er in seiner Predigt, "dass wir Gott in der Mitte haben wollen".

Der Erzbischof wählte als Vergleich das Rad, das sich um die Nabe dreht, die alles zusammenhält. "Wenn uns die Mitte fehlt, dann kommt unser Leben aus dem Lot". Die Mitte des Lebens ist für Christen Gott. Ohne ihn fehle der Sinn, weiß man nicht, woran man sein Leben ausrichten soll. Diese Sinnkrise äußere sich in Egozentrik und Egoismus, in Alkohl- und Drogenproblemen, im Pessimismus der Gesellschaft. Für Christen sei es "heilige Pflicht", sich um die am Rand Stehenden zu kümmern, "Hass zu überwinden". Das könne man nur, wenn man durch die Sakramente die Gegenwart Christi erfährt.

Nach dem Gottesdienst nahm sich der Bamberger Oberhirte auf dem Kirchenvorplatz Zeit für das Gespräch. Jung und Alt, Klein und Groß begegnet er auf sehr natürliche und gewinnende Art.


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