Spätberufenes Paar zur Sketchparade

Gaudiwogen beim Frauenfasching schlugen hoch - Rücktritt, "weil`s die Pfarrer nicht aushalten"

EBERMANNSTADT. Mit aller Huld empfing ein hochgestimmtes Frauenvolk im Sonnensaal ihr "spätberufenes" Prinzenpaar Hedwigoria von der Schleifmühle und ihre Lieblichkeit Margareta die Erste von und zu Breitenbach.

Das Dekret des Prinzen zum Gebrauch der Waffen "Lachen und Singen" wurde in den folgenden drei Stunden bei einer Sketchparade erfolgreich ausgeführt. Die Beine nicht mehr ganz so hoch, aber exakt stampfte, von Hofmarschall Monika Schmitt angekündigt, die Garde in die Bretter und "Neugewinn" Rudi Buhr stemmte sich zur Schunkelrunde kräftig in die Orgeltasten, bevor ein Witwer (Reta Gebhardt) ein sehr ernstes Gespräch mit dem Pfarrer (Hedwig Glöckner) führen musste: Nicht eine Messe wollte er seiner Verblichenen lesen lassen, sondern ("ich muß nehma wos i grieg"), seine Pläne mit einer 26-Jährigen und dem "Ezetera" dem Hochwürden beibringen. Mit dem "Kriminal-Tango" unterlegt und im Schummerlicht fanden Einbrecher Erika Kirsten und Luise Hoffmann den dritten Mann zum Skat und Kathinka Ott war es mit dem schwerhörigen Onkel Hannemann (Reta Gebhardt) schier zum Verzweifeln; der hörte einfach alles daneben. Mit "Captain" Angelika Theiler, einem gabelbewehrten Kartoffelkönig und im "duftigem" Sackleinen der Frauenbundchor, erklang ein hohes Lied auf die Kartoffel und ihren Entdecker.

Auf verlorenem Posten stand ein Ehepaar (Gunda Deckert/ Monika Schmitt), das nach zehn Jahren die Hochzeitsreise nachholen wollte; sie können unbesorgt fahren, die Fahrkarten liegen wirklich daheim, berichtete die zum Bahnhof beorderte Perle den Vergesslichen. Einen komödiantischen Höhepunkt erreichten Gunda Deckert und Monika Schmitt mit Pariser Hutmode, Federboa und ihren Erinnerungen an Zeiten, als die Männer ihnen nachsahen. Voller Inbrunst und auf Zehenspitzen bezwangen sie mit "Was warn wir schöhöön" ungeahnte Tonhöhen.

Zum letzten Mal

Zum neunten und letzten Mal machte die "Petronella" Rita Niepelt ihre Knickse und Witze vor dem Herrn Pfarrer und ihren Fans. Als sie neulich ein Fünfmarkstück verschluckte und später fünf einzelne Markstücke wieder kamen, konnte sie der Doktor mit "Sie sind schließlich in den Wechseljahren" noch beruhigen. Und "weils die Pfarrer bei uns nicht mehr aushalten", gab sie ihren Fans den Rücktritt bekannt. Den Orden 2000 hängte sie Pfarrer Morawietz und weiteren Verdienten aber noch um.

Der Valentinsorden war dann für Reta Gebhardts Besuch im Gärtnerplatztheater reserviert. Wie jedes Jahr zum Höhepunkt, glich ihr Auftritt einer Wiederauferstehung des Münchener Komikers. Zum Finale kopierte Hilde Gerwien mit Luise Hoffmann den "Maschendrahtzaun", Erika Kirsten hatte fast so viele Freundschaftsbänder wie Wolfgang Petry und Rita Niepelt schleppte nacktes Federvieh in der Aktentasche.

An diesem Freitag, 25. Februar, ist im gleichen Saal bei der "Ebser Lachparade" die allerletzte Gelegenheit, die Highlights aus der Prunksitzung und vom Frauenbundfasching zu erleben.

Mao


© FT 2000 - Der Inhalt der Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie der Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung des FT sind untersagt.