Ludwig Brütting bekannte sich zu allen drei Projekten, machte aber keinen Hehl daraus, dass damit das Ende der Fahnenstange, was die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kommune anbelangt, erreicht sein werde. Allein zur Dreifachturnhalle, die auf 5,5 Millionen Euro veranschlagt sei, müsse die Stadt 2,72 Millionen Euro dazu zahlen. Nur wenn der Landkreis den Grunderwerb übernimmt, reduziere sich diese Summe geringfügig auf 2,4 Millionen.
Einerseits seien diese Maßnahmen unerlässlich, andererseits machte der FW Fraktionssprecher auch die finanziellen Folgen deutlich. „In ein paar Jahren trifft uns das mit voller Härte. Dann müssen wir zu unserem derzeitigen Schuldendienst von rund 380.000 Euro weitere 650.000 Euro an Zins und Tilgung leisten“. Dies bedeutet: Die Stadt ist dann mit einem Schuldendienst von einer Million Euro auf Jahre hinaus - solche Darlehen haben in der Regel eine Laufzeit von 30 Jahren - gebunden.
Und er beschwor seine Kollegen, keine weiteren Begehrlichkeiten zu wecken, zumal er in einer Anhebung der Grundsteuer keinesfalls den Stein der Weisen sah. An Bürgermeister Franz Josef Kraus appellierte er, im Hinblick als die Volksschulsanierung mit der Regierung darüber zu verhandeln, dass jenes Raumprogramm gefördert werden soll, wie zum Zeitpunkt des Schulhaus-Neubaus.
Bei den Sofortmaßnahmen im Rathaus zeigte sich Brütting für eine Auslagerung des Bauamtes ebenso offen, wie für eine Auflassung des Sitzungssaales.
Bürgermeister Franz Josef Kraus unterstrich die Notwendigkeit einer Planung. Sie habe bei einem Finanzrahmen von 2,5 Millionen Euro die Möglichkeiten aufgezeigt. Ausschlaggebend dafür, was realisiert werden kann, seien die künftigen Haushaltsberatungen.
Bei der Volksschul-Sanierung riet der Bürgermeister, erst einmal die Stellungnahmen der Regierung von Oberfranken abzuwarten. Überdies sei auch dies eine Sache des Schulverbandes, wobei die Mitglieder ein Auge auf die Leistungsfähigkeit der Kommunen haben müsste. „Ich habe keine Bedenken, dass hier nicht noch abstriche gemacht werden können“, zeigte sich Kraus optimistisch.
CSU-Fraktionschef Hubert Herbst sprach seinerseits von einer prekären Haushaltssituation. Zu einer Steuererhöhung solle man niemals nie sagen, doch müsse sie vermieden werden, so lange das geht. Er hoffte auf Einsparungspotenzial durch eine von Stadtrat Günter Brütting angedachte Stadt-Marketing GmbH, die als Betreiber der Dreifachturnhalle auftreten könnte und auf Energieeinsparungen durch kleine Blockkheizkraftwerke nach Burgebracher Muster.
Bei der Sanierung der Volksschule müsse auf „jeglichen Schnickschnack wie er in den Köpfen der Architekten und der Schulleitung herumspuke" verzichtet werden. Angesichtes eines Angesichts eines zehnseitigen Wunschkataloges der Schulleitung und einer achtseitigen Mängelliste forderte Herbst:
„Es muss mit Sachverstand gestrichen werden“. Bei der Rathaussanierung forderte er ein schlüssiges Konzept, das auf Jahre verteilt realisiert werden müsse. Damit Kämmerer Polster aus seinem „stinkenden Verließ“ befreit wird, wäre Herbst sogar bereit, auf den Sitzungssaal zu verzichten und die Tagungen des Plenums in den Saal des Bürgerhauses zu verlegen.
Bei den nächsten Haushaltsberatungen müsse massiv an die Kürzungen der freiwilligen Leistungen herangegangen werden. „Wenn wir jetzt nicht kürzen, wann dann?“, fragte der CSU Fraktionschef.
Wie überdimensioniert die Schule ist, verdeutlichte Neuner an zwei Zahlen. Während vergleichbare Schulen einen Platzbedarf von 3400 Quadratmetern hätten, liegt diese Zahl bei der Volksschule Ebermannstadt bei 5700 Quadratmetern. Doch das sei der Schulleitung immer noch nicht genug. Hier müsse auch den Begehrlichkeiten der Schulleitung Einhalt geboten werden.
JH