Auf Initiative von Landrat Reinhardt Glauber war eine Ringstraßenlösung ausgearbeitet worden mit dem Ziel, das Busaufkommen zu entzerren. So ist daran gedacht, das Parkplatzareal vor dem Sportzentrum busgerecht ausbauen und einen Teil der Schulbusse dorthin auszulagern. In einer Ringlösung sollen die Busse über die Sportplatzstraße hinein und über die Schützenstraße wieder hinausfahren.
Kraus gab zu bedenken, dass es in der Sportplatz- und Schützenstraße zum Begegnungsverkehr kommen könne und der Gehweg im Bereich der Sportplatzstraße zu schmal sei. Einen Gefahrenpunkt macht Kraus auch an der Kreuzung Altweiherstraße aus. Der mit Vertretern des Landratsamtes ausgehandelte Kompromiss sieht vor, den Schulbusbahnhof so umzuplanen, dass sich eine möglichst große Zahl von Haltestellen ergibt ohne dass der Fußweg der Kinder gekreuzt wird. Die Einfahrt ist im unteren Bereich der Georg Wagner Straße vorgesehen. Gleichzeitig müsste die Sportplatzstraße auf vier Meter verengt und er Gehweg auf 2,5 Meter verbreitert werden.
Als Argument für etwa acht Bushaltestellen am Sportzentrum erinnerte Kraus daran, dass es den Kindern nicht schade, wenn sie ein Stück zu Fuß gehen. Da könnten sie ihren Aggressionsstau abbauen und müssten nicht immer nur sitzen.
Ludwig Brütting (Freie Wähler) wollte sichergestellt wissen, dass nicht gerade die Kleinsten den weitesten Schulweg haben. Kollege Dr. Manfred Franze (SPD) gab zu bedenken, dass die Anwohner der Schützenstraße im Falle einer Ringlösung auch durch das hohe Verkehrsaufkommern bei Fußballspielen belastet würden.
Er erinnerte daran, dass bei jeder Lösung die Sicherheit der Kinder absoluten Vorrang haben müsse. So sah er die Nachteile der angedachten Lösung in der Querung der Altweiherstraße und im Begegnungsverkehr einfahrender Busse. Da sich Kinder auf dem Schulweg gegenseitig schubsten, sei ein Gehweg neben der Strasse nicht sicher genug. Diesen Sicherheitsaspekt bestätigte Hubert Herbst (CSU). Er regte an, am alten Standort festzuhalten und hier die Bedingungen zu optimieren. Landrat Glauber habe wohl noch nicht mitbekommen, dass der Landkreis die Hauptverantwortung für den Schulbusbahnhof trage. Die Stadt habe lediglich durch eine prozentuale Beteiligung an den Kosten mit der Sache zu tun und sei quasi das kleinste Glied in der Kette.
Dr. Franze erinnerte daran, dass die Probleme durch eine Nutzung der ehemaligen Berufsschule als Dependance der Realschule im Zuge ihres sechsstufigen Ausbaus nicht geringer würden. Dann seien auch noch Pendlerströme der Schüler in das Sicherheitskonzept mit einzubeziehen. Widerstand, so Dr. Franze, gebe es bei jeder der angedachten Lösungen.
Damit erinnerte er an ein Schreiben, das von sechs Familien der Schützenstraße unterzeichnet ist. Darin wird argumentiert, dass der Unterbau der Straße nicht auf das Gewicht der Busse ausgelegt sei, dass die Straße im Ausflussbereich einer Quelle liegt und Schüler im Pulk entgegen der Fahrtrichtung der Busse laufen müssten, was ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstelle.
Bürgermeister Kraus regte daraufhin an, die Sicherheitsaspekte mit Fachleuten vertieft zu diskutieren. Die sicherheitstechnischen Auflagen sollen dann als Ausgangspunkt für weitere Lösungsansätze verwendet werden.
Josef Hofbauer