Zuerst diskutierte sie in der Klinik Fränkische Schweiz mit Ärzten, Pflegepersonal und der Geschäftsführung Themen der Gesundheitspoltik. Anschließend waren im Gasthaus Schwanenbräu die Arbeitsplatzsituation in Oberfranken und Ergebnisse der Hartz- Kommission das Thema (Bericht im Frankenteil). Begrüßt wurde sie vom Ortsvorsitzenden der SPD, Georg Held.
Kein Thema und kein Problem der gegenwärtigen Gesundheitspolitik im Ringen um die Finanzierbarkeit zwischen Krankenkassen, Ärzten, Krankenhäusern und Verbänden wurde ausgelassen. Klinik- Geschäftsführer Thilo Penzhorn schilderte die Schieflage in der Konkurrenzsituation mit Privathäusern aufgrund der Tarifbindung, worauf die Gewerkschafterin aus Berlin, die Franken aus der Zeit als stv. Vorsitzende der Bundesanstalt für Arbeit noch gut kennt, die Überzeugung äußerte, dass man Leistungsanreize auch innerhalb des BAT schaffen könne. Gleitzeitmodelle und Dienstzeitkonten zu schaffen, wie das die Klinik mit ihren 200 Beschäftigten vor hat, hält sie für einen guten Weg.
Beklagt wurde von Antonie Brütting, eine der drei Pflegeleiterinnen, der hohe bürokratische Aufwand bei der Dokumentation der Pflegeleistung, der 30 Prozent der Arbeitszeit erfordere. Darunter leiden müsse die Zuwendung zum Patienten, die gerade im geriatrischen Bereich sehr wichtig sei.
Chefarzt Dr. Georg Obenauf beklagte die Zurückhaltung der Kassen in Bereichen der Krebsvorsorge, z.B. bei der Darmspiegelung. Nicht rechtzeitig erkannte Fälle potentzierten die Kosten. Zu knapp bemessene Belegzeit in der (pauschalierten) Geriatrie gefährdeten den Rehabilitaitonserfolg.
"Keine letzten Wahrheiten" weiß auch Engelen-Kefer. Abbau von Bürokratie, Verbesserung des Managements, weg von Detailregelungen hin zum teamorientierten Verhalten, und Transparenz bei ärztlichen Abrechnungen müßte man "als Prozess organisieren". Das könnte ein Ausweg sein.
80 Prozent der Kosten im Gesundheitswesen fallen in den letzten Lebensjahren an. Gerade mit Blick darauf seien geriatrische Einrichtungen, die eigenständiges Leben älterer Menschen länger ermöglichen, ein Segen, und hier, so lobte der Gast, seien die Einrichtungen in Ebermannstadt vorbildlich.
mw