Nachdenken statt nachmachen

"Extra Tour Sucht" des bayerischen Gesundheitsministeriums will zur Selbstkritik anregen

EBERMANNSTADT. Der Drogenkonsum nimmt zu. Der Griff zur Zigarette oder zum Drink sind gerade für Jugendliche eine Selbstverständlichkeit. Genuß oder Sucht? Das ist nicht klar voneinander zu trennen. Das bayerische Gesundheitsministerium will daher mit der "Extra Tour Sucht", die auch in Ebermannstadt Station machte, gegensteuern.

"Extra Tour Sucht" ist eine informative Erlebnisausstellung für Jugendliche und junge Erwachsene. Sie sollen - angeregt durch "Mitmach-Aktionen" - ihr Konsumverhalten refklektieren und Alternativen entwickeln zeigt Daniela Stratmann, Leiterin der der Extra- Tour die Ziele der seit drei Jahren laufenden Aktion auf.

"Raucherbein" lässt Kiddies cool

Weder Abschreckung wie etwa ein Raucherbein, noch der erhobene Zeigefinger können Jugendliche von heute beeindrucken. Erlebnispädagogik ist angesagt. So diskutieren die Kinder, ob das Rauchen von Haschisch etwa gefährlicher sei als die Zigaretten oder ob der regelmäßige Konsum von Alkohol noch Genuss, oder vielleicht schon Sucht ist. Und statt Zuhören ist Mitmachen gefragt. Da gibt es Ballspiele, es werden Kugeln bergauf gerollt, Fragen beantwortet und eigene Gesetze erlassen.

Eine parallel laufende Ausstellung im Rahmen der Info- Tour zeigt die Brandbreite des Begriffes "Sucht", der Abhängigkeit. Dabei wird deutlich, dass es nicht immer um Kokain, Heroin oder die Designerdroge Ecstasy gehen muss. Selbst Kaffee oder Süßigkeiten, Spielen oder Kaufen können zur Sucht werden.

Zu diesen Themenbereichen informierten in der Realschule Ebermannstadt nicht nur die Fachkräfte des Gesundsheitsministeriums, sondern auch die beteiligten Beratungsstellen, wie etwa das Gesundheitsamt, der Kreisjugendring, der Arbeitskreis Sucht und der Verin Sozialpädagogische Jugendwohnprojekte Erlangen. Besonders Marion Schaaf, vom Gesundheitsamt Forchheim ist voll des Lobes: "Die Extra Tour Sucht fügt sich hervorragend in die langfristige Aufklärungsarbeit des Landkreises ein".

Und auch die Teilnehmer waren total begeistert. "So eine interessante Form von Unterricht habe ich selten erlebt" gesteht Tobias (16) von der Realschule Ebermannstadt und Sabine (17) vom Gymnasium Fränkische Schweiz nebenan meint: "Da wurden eine Reihe von Dingen angesprochen, über die ich bisher noch nie nachgedacht hab'". Gerade über die Probleme der Angehörigen von Abhängigen habe sie sich noch nie Gedanken gemacht...

Josef Hofbauer


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