„Stürmen“ statt zu „mauern“

Bürgermeister Kraus fand: Die Menschen rückten enger zusammen

EBERMANNSTADT. Das zu Ende gehende Jahr, so Bürgermeister Franz Josef Kraus bei der Jahresabschluss-Sitzung im Gasthaus Resengörg, dürfe in der Chronik nicht nur als Jahr der Krisen, Kriege und Katastrophen aufscheinen. Es gebe auch Beispiele, dass die Menschen enger zusammengerückt sind.

Als Belege für die Solidarität nannte Kraus das Engagement für die Senioren und die Jugend. Die Integration der elf neuen Stadträte sei hervorragend vonstatten gegangen. Ein besonderes Lob ging an die Gasseldorfer, wo die Dorfgemeinschaft bestens funktioniere. Kultur auf dem Dorf werde hier vorbildlich umgesetzt.

Als kulturellen Höhepunkt der Stadt stellte Kraus die „Kubanische Nacht“ im Bürgerhausgarten heraus; eine Veranstaltung, die im kommenden Jahr als „südamerikanische Nacht“ fortgesetzt wird. Richtungsweisend fand der Bürgermeister den Abschluss der Arbeiten am Busbahnhof – hier sei endlich ein Höchstmaß an Sicherheit für die Kinder realisiert worden – und die Dreifachturnhalle, die im nächsten Jahr realisiert werden soll.

Lob für Seniorenvertreter

Ein dickes Lob galt auch der Seniorenvertretung (SeVe), die nicht nur den Fahrdienst des Bürgerbusses organisiert, sondern auch für den Fahrradpark der Schule zuständig ist und auch noch den Schülerlotsendienst übernommen hat. Für junge Familien sei Bauland ausgewiesen worden und auf dem Friedhof wurde ein Kolumbarium für 160 Urnen errichtet.

Als Ansporn für die dörfliche Gemeinschaft in Moggast und Wolkenstein bezeichnete Kraus den 100. Schmuckziegel für den Hofladen Kormann und die Auszeichnung von Gasseldorf als „schönster Ort“ im Landkreis.

Enttäuscht seien die Bürger vor allem über den Ausgang des Modellversuches „Gelber Sack“. Noch in diesem Jahr werde das Bürgerbegehren, für das mühelos die entsprechende Anzahl von Unterschriften gesammelt wurden, eingereicht. Als Herausforderung nannte Kraus die Sanierung der Volksschule.

Vor dem Hintergrund, dass finanziell noch schwierigere Zeiten auf die Kommune zukommen werden, richtete der Bürgermeister den Blick auf das Wesentliche, die Friedensbotschaft Christi. Zur Erfüllung dieses Versprechens müsse jeder selbst beitragen. So rief Bürgermeister Kraus auf, der Stimme des Gewissens zu folgen, sich umzubesinnen und Frieden mit der Natur zu machen.

Vizebürgermeister Alfons Dorn sprach von einem Jahr der Planung, bedingt durch die angespannte Finanzlage der öffentlichen Kassen und die geringen Investitionen im zu Ende gehenden Jahr. So seien die Fragen: Was ist wichtig und notwendig, bzw. erforderlich und sinnvoll, und schließlich machbar und bezahlbar umso intensiver diskutiert worden. Darüber hinaus sei es aber auch legitim, Wünsche zu äußern, denn sie förderten die Motivation und belebten das Geschäft, nicht nur zur Weihnachtszeit.

Noch gebe es einen kleinen Gestaltungsspielraum. Ihn gelte es zu erhalten, so Dorn, der mit dem Dank an die Kollegen, den Bürgermeister und die Stadtverwaltung sowie verschiedene Organisationen und Institutionen den Appell verband, sich auch im neuen Jahr mit ganzer Kraft für die Bürger/innen, die Stadt und Heimat einzusetzen. Den Teilnehmern der Festsitzung gab er mit auf den Weg: „Damit das Jahr ein gutes werde, nützt vielleicht dieser Rat: Beginn's nicht mit einem großen Vorsatz, sondern mit einer kleinen guten Tat“.

Neu-Stadtrat Ludwig Walter überbrachte als Sprecher aller Fraktionen die Grüße und den Dank der Fraktionen. In einer launigen Rede bekräftigte er seine Beziehung zu Ebermannstadt und zog Parallelen zwischen seiner zweiten Karriere als Stadtrat und seiner ersten als Fußballer des TSV Ebermannstadt. In beiden Fällen gelte es, schwierige Bälle aufzunehmen und zu verwerten. Für die notwendige Strategie sorge „Trainer“ Franz Josef Kraus, dem Walter ausgezeichnete Führungseigenschaften bescheinigte. Kraus verstehe es, auf Leistungsträger zu bauen und die Neuen zu integrieren.

Die Umland-Spieler sollten nicht als Legionäre betrachtet werden, sondern als Verstärkung für ein gutes Team. Statt zu mauern, plädierte Ludwig Walter dafür, offensiv zu spielen.

„Um die Liga, in der wir spielen zu erhalten, müssen wir uns ganz besonders anzustrengen, um nicht abzusteigen“, appellierte Walter an seine Kollegen. Und er zeigte sich zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen, denn Ebermannstadt habe einen Bürgermeister, der die Aufgaben mit Courage und Engagement angehe und in der Verwaltung seien Leute, die das Zeug dazu haben, diese Aufgaben umzusetzen.

Zwar gebe es keine Manager und Spezialisten, mit den Stadtwerken aber eine Art Sponsor. Und auf den Sach- und Fachverstand der Stadträte könne man vertrauen. Deshalb sei es lohnend, sich für die Bürger zu engagieren.

Josef Hofbauer


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