Angesichts des Terroranschlages von 11. September hätten Begriffe wie Friede und Hoffnung eine neue Bedeutung bekommen weil die Wirklichkeit so unfriedlich erscheine. Bezogen auf den kleinen, überschaubaren Raum in Ebermannstadt, könnten jedoch alle mit großer Zufriedenheit zurückblicken.
Mit der Verpflichtung einer Stadtjugendpflegerin sei die Kommune auf sozialem Gebiet ein gutes Stück vorangekommen. Ebenso wichtig sei die Umwandlung der "Lernstube" in eine Dauereinrichtung, in der zurzeit 29 Schüler/innen zwischen sechs und elf Jahren eine optimale Betreuung erhielten. Gleich wichtig sei das Vorhalten der Sing- und Musikschule Ebermannstadt, deren Trägerschaft zum 1. September kommenden Jahres auf den Schulverband übergeht. Zum 1. Februar 2002 übernimmt Wojciech Grabietz, der neben seiner Musikalität auch das notwendige Einfühlungsvermögen, mit Kindern umzugehen, mitbringt, die Leitung von Anneliese Unfried.
Als weitere Investitionen in die Zukunft nannte Kraus die Sanierung der Volksschule mit einem geschätzten Volumen von zwölf Millionen Mark. Das Torhaus-Atelier mit ihrem Architekten Erik Wiesner soll mit der Entwurfsplanung beauftragt werden, während Architekt Jochen Eis vom gleichnamigen Architekturbüro aus Bamberg mit der Ausführung des Bauvorhabens beauftragt wird. Arno Hölzlein, ein gebürtiger Ebermannstadter, wird Fachprojektant bei diesem Vorhaben.
Ein weiterer richtungsweisender Beschluss sei hinsichtlich der Errichtung einer Mehrzweckhalle gefasst. Diese Dreifachturnhalle mit Mehrzwecknutzung soll gemeinsam mit dem Landkreis Forchheim und dem Schulverband Ebermannstadt realisiert werden. Mit dem Architekten Michael Stösslein, Nürnberg, sei ein kompetenter Partner beauftragt, der einen entsprechenden Wettbewerb vorbereite, an dessen Ende der in erster Linie wirtschaftlichste Entwurf prämiert werden soll.
Zuvor allerdings werde der Stadtrat mit diesem Wettbewerbsarchitekten seine Vorstellungen hinsichtlich des Mehrzweckbedarfes erörtern müssen. Um die bestmögliche Sicherheit beim Schulbusverkehr zu gewährleisten, werde nun die komplette Busumsteigeanlage für rund 5,3 Millionen DM umgebaut.
Kraus unterstrich auch das Engagement für die Umwelt. So habe Ebermannstadt als erste Kommune im Landkreis ein mit allen Behörden abgestimmtes Ökokonto. Mit dem Erwerb der Sinterflächen im Ramstertal und dem Beschluss, ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet im Eschlipper Tal im Bereich Bernbrunnen mit der Waldgenossenschaft Breitenbach zu tauschen, hätten die Verantwortlichen ein weiteres Mal Spürsinn in Sachen Naturschutz bewiesen.
Durch die Bezuschussung einer Vielzahl von Solaranlagen gelangten nun rund 200 Tonnen Kohlendixid weniger in die Atmosphäre. Das Programm "Kultur in die Stadt" werde fortgesetzt und die Renovierung des Heimatmuseums mache durchaus weitere Fortschritte.
Die 1990 begonnenen Altstadtsanierungsmaßnahmen erfuhren in diesem Jahr mit der Verleihung eines zweiten "Schmuckziegels" für die Gestaltungsmaßnahmen im Bereich der Hauptstraße und des Marktplatzes gewürdigt. So wertete es Bürgermeister Kraus als "höchst erfreulich", dass die Stadt Zirndorf ihre Nürnberger Straße nach Ebermannstadter Vorbild umgestalten will. Auch der Bürgermeister aus Pfungstadt wolle sich Ebermannstadt zum Vorbild nehmen, wo die Umgestaltung sämtlicher Gassen in der Altstadt einschließlich Rathaus und Straße "Zum Breitenbach" geplant sei. Durch die Innenstadterweiterung im Bereich Oberes Tor soll eine weitere Aufwertung der Stadt erreicht werden, um als Mittelzentrums eingestuft zu werden.
Niemand kann die Zukunft voraussehen - aber wir alle können sie mit gestalten, appellierte Bürgermeister Kraus an die Zuhörer/innen. Es genüge nicht, viele gute Vorsätze zu fassen, entscheidend seien die Taten, auch wenn diese noch so klein sind. "Möge das Jahr zwei des dritten Jahrtausends friedvoller sein als das Jahr eins" schloss Kraus.
Vizebürgermeister Alfons Dorn formulierte den Dank des gesamten Satdtrates und appellierter seinerseits: "Beginnen wir mit dem Frieden im Kleinen. Dann kann der Frieden auch wachsen und werden in der großen Welt".
Josef Hofbauer