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Realschule Ebermannstadt nimmt an Modellversuch zur Ganztagsbetreuung teil

Ebermannstadt. Ein Jahr lang werden die Realschüler in Ebermannstadt ganz besonders gut aufgehoben sein. An der Schule läuft ein Pilotprojekt für Ganztagsbetreuung. Der Kulturausschuss nahm davon Kenntnis.

Bereits in der letzten Kreisausschusssitzung hatte Realschulrektor Rainer Heinz das Projekt erläutert. Der Freistaat fördert heuer erstmals die Ganztagsbetreuung von bayernweit 3.150 Schülern. Das Angebot umfasst Mittagsverpflegung, Hausaufgabenbetreuung und sportliche oder musische Freizeitgestaltung. An den Kosten beteiligt sich die Staatregierung mit 40 Prozent (bis zu maximal 720 Euro pro Schüler und Jahr). Den gleichen Betrag zahlt der Landkreis als Träger. Die restlichen 20 Prozent müssen die Eltern aufbringen. Rektor Heinz plädierte dabei für die so genannte "flexible Variante", bei der drei Kinder 15 betreute Nachmittagsstunden ganz nach Wunsch untereinander aufteilen können. Prinzipiell hatte der Modellversuch bereits im Kreisausschuss Zustimmung von allen Seiten erhalten.

Nur hatte Edwin Dippacher befürchtet, auf diese Art eine "Zwei-Klassen-Gesellschaft" zu schaffen, in der ein Teil der Schüler unter "Betreuungsentzug" leide. Angelika Limmer hatte zu bedenken gegeben, dass die Betreuung von Schülern eigentlich Sache des Staats und nicht der Kommunen sei.

Auch der Kulturausschuss nahm das Pilotprojekt mit Wohlwollen nachträglich zur Kenntnis. Da die Antragsfrist zu verstreichen drohte, hatte Landrat Glauber das Projekt direkt im Kreisausschuss vorgestellt. Im zuständigen Fachausschuss betonte er, dass es sich um einen befristeten Modellversuch handle. Auch die Wahl der Realschule Ebermannstadt verteidigte er, nachdem es im Vorfeld in anderen Schulen Rumoren wegen dieser Entscheidung gegeben haben soll. Die Ebermannstädter seien nicht bevorzugt worden; sie hätten nur am schnellsten ihr Interesse bekundet.

Die ganztägige Betreuung wird für Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10 angeboten. Die ganztägige Förderung und Betreuung soll dem tiefgreifenden Wandel der Familienstrukturen (Berufstätigkeit beider Eltern, allein erziehende Mütter oder Väter) Rechnung tragen sowie der zunehmenden Bedeutung sozialpräventiver Angebote an Schulen. Wachsenden Anforderungen an Bildung und Erziehung soll damit ebenfalls begegnet werden.

Als Ziele des Modellversuchs werden genannt der Ausbau eines bedarfsgerechten Betreuungs- und Förderungsangebots sowie die Verknüpfung der Ganztagsbetreuung mit schulischen und außerschulischen Angeboten. Bereits bestehende Angebote sollen dabei schrittweise aufgenommen werden, wenn sie den Förderrichtlinien entsprechen.

mac


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