Großalarm: Mouseclick genügt

Klinik Fränkische Schweiz stellte das automatische Alarmierungssystem "Ecotel" vor

EBERMANNSTADT. Ursprünglich war das neue, von der Firma Vierling entwickelte automatische Alarmierungssystem "Ecotel" für den Katastrophenfall gedacht. Der Einsatzbereich ist aber nahezu unbegrenzt. Weitere Vorteile: Das System arbeitet sehr schnell und die Bedienung ist kinderleicht. Der Alarm wird per Mouseclick ausgelöst.

Ausgehend von der gesetzlich verankerten Pflicht für Krankenhäuser, für externe und interne Notfälle Gefahrenabwehrplanungen zu erstellen, suchte Peter Krappmann, Geschäftsführer der Klinik Fränkische Schweiz, den Kontakt zu "Vierling electronics", das ein Alarmierungssystem für Krankenhäuser plante. Dabei besonders wichtig: der Zeitfaktor. Er spielt im Notfalle eine zentrale Rolle. So müssen allein in der Klinik Fränkische Schweiz im Ernstfall bis zu hundert Personen in möglichst kurzer Zeit alarmiert werden.

Auf dieser Basis wurden in Zusammenarbeit zwischen dem Arbeitssicherheits- und umweltschutztechnischen Dienst (AUD), dem Krankenhaus und der Firma Vierling praxisgerechte Grundlagen und Ideen für die Erstellung eines Alarmierungssytems für Krankenhäuser ausgearbeitet und umgesetzt. Seit Sommer dieses Jahres ist das Ergebnis unter dem Namen "Ecotel", laut Krankenhauschef Krappmann ein "System mit Vorbildcharakter", auf dem Markt. Über fünf verschiedene Wege kann in kürzester Zeit das gesamte erforderliche Personal alarmiert werden. Bei einer Probe dauerte es gerade mal eineinhalb Minuten bis bei 16 Personen der Notruf ankam. Wie Elmar Götz von der Firma AUD erläuterte, wurden bei der Einführung und Installation des Alarmierungssystems ECOTEL in der Klinik Fränkische Schweiz ein so genanntes Organigramm erstellt, das die verschiedenen Alarmierungen der einzelnen Personen berücksichtigt. Für die unterschiedlichen Gruppen, die benachrichtigt werden sollten, wurden spezifische Text- und Sprachnachrichten verfasst, die im Notfall abgesetzt werden. Wolfgang Peter, Produktmanager für den Bereich "Mobile Kommunikation bei der Firma Vierling" erläuterte den Aufbau des Systemkonzeptes. So ist die Software so angelegt, dass sich alle Alarmierungs und Benachrichtigungspläne integrieren lassen. Ecotel ist so für Autobahnmeistereien ebenso geeignet wie für Krankenhäuser und Kliniken, Landratsämter oder Berufsfeuerwehren. Die notwendigen Alarmierungsdaten werden in einer Datenbank abgespeichert und verwaltet. Hier sind alle Personendaten hinterlegt und durch Passwörter geschützt.

"Unserer Ansicht nach", so Elmar Götz vom AUD, sollte der Ecotel nicht nur im Katastrophen-, sondern im Regelfall eingesezt werden. Im Krankenhaus bieten sich dafür Rufbereitschaft, Hintergrunddienst usw. an. Dies bestätigte Peter Krappmann. Für ihn ist unerlässlich, dass auch ungeschulte Kräfte und Mitarbeiter in einer Ausnahmesituation den Alarm auslösen können. Der Umgang mit dieser Technik im Alltag sei für den Ernstfall von Vorteil.

Wie flexibel Ecotel ist, führte Wolfgang Peter bei einem Probelauf im Festsaal der Klinik Fränkische Schweiz vor. So können bei der Alarmierung bestimmte Gruppen hierarchisch zusammengefasst und separat per Mouseclick alarmiert werden. Während des Alarmierungsprozeses wird durch farbliche Darstellung der aktuelle Status signalsiiert. Das System zeigt auch an, wie viele Leute welcher Gruppe auf welche Art und mit welcher Nachricht erreicht wurden.

Das Ganze wird in einem Protokoll festgelhalten. So kann im "Report" nachgelesen werden, wer um welche Uhrzeit auf welchem Weg welchen Notruf erhalten hat.

Josef Hofbauer


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