EBERMANNSTADT. Die einen sprechen von einer "Versorgungslücke", die anderen von "gesetzlichen Vorgaben". An der Auflösung der Ambulanz in der Klinik Fränkische Schweiz, Ebermannstadt, die die Kassenärztliche Vereinigung KV für Herbst beabsichtigt, scheiden sich die Geister.
"Enttäuscht über die Entscheidung der KV" reagierte der Aufsichtsrat der Ebermannstadter Klinik nach Worten seines Vorsitzenden Landrat Reinhardt Glauber. Er befürchtet finanzielle Probleme, da die technische Ausstattung, die erst vor kurzem angeschafft wurde, nach dem Wegfall der Ambulanz "nicht so genutzt werde, wie es möglich wäre". Zudem sieht er Ebermannstadt ab 30. September - dann soll die Ambulanz geschlossen werden - internistisch unterversorgt. Laut Statistik ist der Landkreis Forchheim internistisch abgedeckt. Es existieren über zehn Praxen. "Doch diese sind nicht flächendeckend verteilt", kritisiert Glauber. Patienten aus Ebermannstadt müssten daher zum nächsten Internisten nach Forchheim oder Eggolsheim fahren.
Dieses Problem sieht auch Dr. Hartmut Helldorfer, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung, Bezirksstelle Oberfranken. "Natürlich ist es für auswärtige Patienten ungünstig, wenn die Ärzte sich in einer Stadt häufen. Das ist dem Gesetzgeber jedoch egal. Fakt ist: Der Bedarf an Internisten in Forchheim Stadt und Land ist gedeckt".
Als letzte Lösungs-Möglichkeit ist die Niederlassung eines Internisten in Ebermannstadt angedacht. "Hier wurden bereits Gespräche geführt. Der Arzt hat sich bereits in der Klinik vorgestellt", verrät Glauber. Dr. Helldorfer geht einen Schritt weiter: "Zum 1. April oder 1. Juni lässt sich ein Kardiologe in Ebermannstadt nieder".
Wie es bis dahin weitergeht, ist unklar. Der Klinik-Aufsichtsrat möchte die Ambulanz solange uneingeschränkt weiterbetreiben, bis die Versorgung gesichert ist. Damit kein "großer weißer Fleck, im großen Bereich der Fränkischen Schweiz, auf der Landkreiskarte für internistische Praxen entsteht", was Klinik-Geschäftsführer Peter Krappmann befürchtet.
Stefanie Pemsel