So jedenfalls das Fazit einer ersten Diskussionsrunde im Umweltausschuss des Kreistags, der am Dienstag tagte. Ursache sind die auslaufenden Vereinbarungen zwischen dem Landkreis und des Dualen System Deutschland (DSD). Die müssen neu festgeschrieben werden und darin eben auch, ob man am bisherigen Prinzip der Wertstoffhöfe (mit Bringsystem) festhält oder aber zu umfänglichen Holsystemen (gelber Sack, Papiertonne) wechselt.
Die Verwaltung hat drei Modelle entwickelt, wie die Wertstofferfassung künftig im Landkreis Forchheim laufen könnte.
Erstens: Man lässt es, wie es ist. Also alle Wertstoffe zum Wertstoffhof bringen.
Zweitens: gelber Sack (für Leichtverpackungen) im ganzen Kreis, Glas und Papier zum Wertstoffhof oder Containern bringen.
Drittens: gelber Sack und Papiertonne im ganzen Kreis, nur noch Glas müsste gebracht werden.
Die Diskusion im Gremium verlief gespalten. FW-Mann Richard Gügel plädierte nachhaltig für den gelben Sack auf Kreisebene. Das sei vor allem für die älteren Bürger von Vorteil, zudem sei es umweltschonender. Er votierte für Modell 3. Rose Stark von der WLF will den gelben Sack nicht, dafür aber die Papiertonne. Das sei im Hinblick auf die anfallenden Massen auch für Senioren machbar. Papier ist schwer, die Leichtverpackungen könne man schon zum Wertstoffhof tragen. Zudem seien hygienische Probleme mit dem Gelben Sack zu befürchten.
Wolfgang Fees von der SPD formulierte es so: "Mehrheitlich sind wir für die Beibehaltung des Status quo, einheitlich sind wir aber nicht". Kollege Christian Meier von der CSU räumte ebenfalls divergierende Meinungen ein. Doch sei man der Auffassung, Modell 1 beizubehalten und darüber hinaus den Modellversuch Ebermannstadt noch weiter laufen zu lassen, um zu noch genaueren Ergebnissen zu kommen.
Das lehnte Glauber ab. Die Ergebnisse von Ebermannstadt (derzeit rund 30 Prozent Störstoffe im Sack) seien so wie in all den übrigen Sack-Zonen. Da ändere sich nichts mehr. Abteilungsleiter Reinhold Göller sprang seinem Chef bei. Zum einen seien Störstoffe nicht gleich Restmüll. Zum zweiten bleibe abzuwarten, ob DSD daruf eingehe. Und zum dritten, so Glauber ergänzend, müsse sich um diese Störstoffe der Entsorger und nicht der Landkreis kümmern.
Die CSU bohrte nach. Das bisherige System, so Gunda Pingold, habe gut funktioniert und dazu geführt, dass die Bürger trennen. Kollege Dr.Hans- Jürger Dittmann ergänzte: "Das Bringsystem ist in Ordnung, man kann es ja weiter optimieren. Ferner ist es bürgerfreundlicher und ökologischer." Vielleicht könne man ja eine "Stadt-Land-Unterteilung" machen. Meier fügte an: Man solle mit dem DSD abklären, ob das mit Ebermannstadt so weiter gehen könne.
Regierungsdirektor Wolfgang Thiel half juristisch elegant aus der Zwickmühle. Er schlug vor, das Wörtchen "grundsätzlich" in den Beschluss aufzunehmen. Denn das lasse noch Möglichkeiten offen. Und so geschah es. Der Ausschuss legte (mit 11:2 Stimmen, Glauber und Gügel dagegen) fest: "Das bisherige System der Wertstofferfassung im Landkreis Forchheim (Modell 1) wird grundsätzlich beibehalten, da ein grundlegender Änderungsbedarf nicht besteht".
Wir alle wissen: Grundsätze sind wandelbar; man kann sie ja wieder ändern.
Winfried Müller