EBERMANNSTADT. "Gesicherte Ernährung mit oder ohne Gentechnologie?", dieses Thema beschäftigte die Ortsgruppe Ebermannstadt des Bundes Naturschutz. Biolandwirt Gabriel Deinhardt hatte eingeladen und das Thema auf die Saatzucht für Nutzpflanzen eingegrenzt, die zur menschlichen Ernährung bestimmt sind.
Die mit der Entwicklung von Saatgut beschäftigten Firmen, so Deinhardt, hätten ihre Forschung mit sehr großem Aufwand betrieben. Sie sähen einen speziellen Sinn darin, mit gezielten - und inzwischen patentierten Züchtungen - einer von ihnen erwarteten weltweiten Ernährungskrise entgegenzuwirken.
Die Weltbevölkerung wachse, die landwirtschaftliche Nutzfläche schwinde ständig. Deinhardt nannte einige Vorteile, die sich die Saatguthersteller von ihren Genpflanzen im Einzelnen versprächen. So könne man Spezialsaatgut für sogenannte Grenzertragslagen herstellen, in denen die Bewirtschaftung nach augenblicklicher Kalkulation unwirtschaftlich sei.
Ferner könnten angeblich auch Salzböden bebaut werden. Im übrigen käme der Landwirt bei der Unkrautbekämpfung mit weniger Chemikalien aus. Schließlich könnten den Pflanzen neue Eigenschaften zugeordnet werden, Vitamin-A-haltiger Mais zum Beispiel durch Einbau eines Gens der Hyazinthe hergestellt werden.
Auch ein Versuch, das wirksame Gen des im Biogartenbau gezielt eingesetzten Bacillus thuringiensis in Pflanzen fest einzubauen, habe einen unerwünschten Nebeneffekt gehabt: Durch die dauerhafte Wirkung wurden außer den Pflanzenschädlingen auch die Nützlinge abgetötet.
Wegen des für den Verbraucher nicht erkennbaren Nutzens bei höherem Preis sei der Absatz von Genprodukten in USA stark zurückgegangen. Andererseits, so Deinhardt, seien mit üblichen Züchtungsmethoden noch erhebliche Ertragssteigerungen möglich.
Deinhardt rundete seinen Vortrag mit einigen Dias ab. Zu sehen waren Landschaften in Afrika und Südamerika mit ihren typischen Problemen.