Diese Begegnungsstätte, so Bürgermeister Franz Josef Kraus soll nicht auf eine einzelne Gruppe ausgelegt sein, sondern eine Anlaufstelle für jung und alt werden. Die Einrichtung müsse so gut wie möglich frequentiert werden. Gedacht ist an eine Art Internetcafe. Ein Dauerbetrieb kommt aber nicht in Frage, vielmehr schwebt Kraus vor, dass das Haus zwei, drei Mal in der Woche geöffnet hat.
Den Gestaltungsvorschlag, des Ingenieurbüros wollte Bürgermeister Kraus lediglich als "erste Diskussionsbasis" verstanden wissen. So sollen laut Planung vor dem Haus an der Bundesstraße 19 normale und zwei Behindertenstellplätze ausgewiesen werden. Als Belag ist ein Drain- und Rasenfugenpflaster vorgesehen. Die Stellplätze wurden so angeordnet, dass bei Bedarf auch ein kleines Festzelt (maximal 15 mal 25 Meter) aufgestellt werden kann. Der Bereich zwischen Parkplatz und der Wiesent soll durch zwei versetzte Mauern abgetrennt werden und der Übergang soll durch eine kleine Hecke abgeschirmt werden. Der Weg führt zum einen zu einer Fußgängerbrücke, über die man zum Rewe-Parkplatz gelangt, zum anderen zu einer Aussichtsplattform mit Pergola direkt an der Wiesent. Von der ursprünglichen Idee eines Kräutergartens im flussnahem Bereich sind die Planer aufgrund des großen Pflegeaufwandes wieder abgerückt. Angedacht ist jedoch eine Anlegestelle für Ruderboote und Kajaks unweit des "Zum Bayerischen" gehörenden Gästehauses. Als Betrieber komme nur ein Privatmann in Frage, meinte Bürgermeister Kraus, der kategorisch ausschloss, dass sich die Stadt um ein derartiges Geschäft bemüht.
Stadtrat Klaus Neuner war die Zahl der Parkplatze zu wenig. Wenn man die Mauer noch fünf, sieben Meter Richtung Wiesent versetzt, könnten noch mehr Stellplätze geschaffen werden, Parkflächen die die Stadt dringend benötige. Auch mit der Mauer konnte er sich nicht anfreunden und erhielt Unterstützung von Günther Böhm. "Ein paar Sandsteinquader tuns auch", fand Neuner. "Dann sind wir flexibler" argumentierte er.
Der geplante Bootssteg sehe zwar schön aus, räumte Klaus Neuner ein, sei aber unattraktiv, denn nach ein paar hundert Metern kommt ein Wehr. Ins Grübeln brachte ihn auch die Brücke. "Auf 400 Metern hätten wir dann vier Stege. Alle hundert Meter einen", verdeutlichte er.
Bürgermeister Kraus hingegen hielt die Zahl der Parkplätze für aureichend. Das sei ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Parkflächen und Grünbereich. Seitens der Verwaltung bekräftigte Herbert Herlitz, dass die Mauern durchaus Sinn machten. Sie seien notwendig, um den Lärm von der Bundesstraße abzuhalten. Ohne Mauer kein Ruhebereich, und ohne Ruhebereich erübrige sich die gesamte Gestaltungsmaßnahme verdeutlichte er das Planungskopzept.
Bürgermeister Kraus erinnerte, dass es sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur um, eine Vorplanung, eine Absichtserklärung handle, denn die Maßnahme sei noch nicht einmal in das Städtebau-Sanierungsprogramm aufgenommen. Das soll im Herbst nachgeholt werden. Bis dahin sei die Jugend gefordert, ein Konzept für eine Begegnungsstätte vorzulegen. Unter der Leitung von Jugendpflegerin Jutta Laube sollen sich die Jugendlichen auch Gedanken machen wie so ein Haus zweckmäßig eingerichtet werden kann. Gegenwärtig gehe es nur darum, mit geringen Mitteln eine Begegnungsstätte zu realisieren. An eine Generalsanierung des Hauses ist derzeit nicht gedacht.
Josef Hofbauer