Der Teilerfolg reiche noch nicht aus, dass alle beteiligten Gemeinden gegen eine Machbarkeitsstudie votiert haben. Die Grundstückseigentümer aus Rüssenbach, Neuses-Poxstall, Niedermirsberg und Pretzfeld haben einmütig den Antrag an die Stadt Ebermannstadt formuliert, dass das Wasserschutzgebiet im Bereich des unteren Wiesenttals - zwischen den Orten Ebermannstadt, Rüssenbach und Pretzfeld - "aufgelöst" wird, denn dann wäre dort gewonnenes Wasser nicht mehr als Trinkwasser verwendbar. Des Weiteren wurde bei dem Treffen verlangt, dass das fragliche Wasserschutzgebiet aus dem Landesentwicklungsprogramm ganz herausgenommen werden solle.
Die Versammlungsteilnehmer betonen, dass jetzt die Kommunalpolitiker gefordert seien und hoffen auf die Sitzung des Stadtrates Ebermannstadt am 26. November. Diese Hoffnung bestärkten die Stadträte Zweiter Bürgermeister Alfons Dorn, Dritter Bürgermeister Ernst Schmeußer, Alfred Götz und Emil Brütting, Georg Held und Wolfgang Minderlein. Aus Pretzfeld war der Gemeinderat Edmund Lipfert präsent.
Dittrich: "Ohne Ebermannstadt und Pretzfeld ist eine Wasserentnahme nicht möglich." Falls ein Dritter Wasser entnehmen wolle, müssten die beiden Kommunen zustimmen. Der Wassersprecher aus Rüssenbach weiter: "Weil von den beiden Gemeinden keiner Wasser braucht, und auch in unseren Nachbargemeinden gutes Wasser reichlich vorhanden und der Wasserverbrauch stark rückläufig ist, macht es keinen Sinn, ein neues Wasserschutzgebiet zu erschließen. "Wir hier im Wiesenttal haben eine intakte Landschaft von unseren Vorfahren bekommen und wollen dieselbe auch an unsere Nachkommen so weitergeben", so Dittrich weiter.
Innerhalb der letzten vier Monate entwickelte die Interessengemeinschaft alleine 34 Aktivitäten, so Schriftführer Friedrich Weber und gab auch einen chronologischen Rückblick bis zum Beginn des Jahres 2000, als sich die in Pretzfeld sesshafte Bürgerinitiative auflöste.
Michaela Hack informierte die Versammlung über das Wassergespräch vom 26. Oktober im Rathaus Ebermannstadt (der FT berichtete). Die versammelten Grundstückseigentümer bedauerten, dass das fragliche Wasserschutzugebiet die Flurbereinigung und Dorferneuerung Rüssenbach hindert, wie schon 1985 die Flurbereinigung Pretzfeld.
Dittrich weiter zum Wasserschutzgebiet oberhalb des Kernstadt-Bereichs Ebermannstadt: "Es kann nicht sein, dass dort Kulturen angebaut werden, die im Herbst schon Stickstoff brauchen, der dann bei schlechter Witterung ins Grundwasser gelangt." Auch seien keine Flächenstilllegungen oder Ödland im Wasserschutzgebiet möglich, wenn das Grüngut nicht entnommen werde, denn der von den Gräsern erzeugte Stickstoff wandere ebenfalls ins Grundwasser ab.
Auch bei Böschungsarbeiten entlang der Straße sei das Grüngut zu entnehmen. "Es ist festgestellt worden, dass von diesen Flächen mehr Nitrat ins Grundwasser gelangt als bei einer landwirtschaftlichen Nutzung", betonte Dittrich. Dies bedeute, dass landwirtschaftliche Nutzung in dem Bereich nur mit Einschränkungen möglich sei.
fpo