Mit strammen Wadeln durch Berge radeln

Gebietsausschuss Fränkische Schweiz stellt Radwanderkarte vor - Anbindungen in angrenzende Regionen

FORCHHEIM-LAND. Druckfrisch aufgelegt hat Forchheims Landrat Reinhardt Glauber als Vorsitzender des Gebietsausschusses Fränkische Schweiz eine Radwanderkarte für die vier Landkreise Bamberg, Forchheim, Bayreuth und Kulmbach.

Noch ist das Papier der Silberscheibe eine Nasenlänge voraus. Das betont der Verwaltungs-Chef des Kreises Forchheim. Nachdem erst kürzlich eine privatwirtschaftlich erstellte CD-ROM mit Radtouren in der "Fränkischen" präsentiert wurde, betont Glauber, dass sich das Landkreis-eigene Produkt auf Papier von der digitalen, privaten Version durch größere Vollständigkeit unterscheide.

Zumindest fast. Denn auch schwarz auf weiß fehlen die Radtouren der Aktivregion Oberfranken, wie etwa der Fürstbischöfliche Radweg. Erst nach Redaktionsschluss seien die benötigten Informationen dazu eingegangen, bedauert Franz Xaver Bauer, Leiter der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz. Sie ist für den Gebietsausschuss zusammen mit der INFO GmbH Kirchehrenbach Herausgeber der Broschüre, die 44 Rundtouren und 14 Fernwanderwege beschreibt.

Neben der Streckenführung und -länge sowie dem Schwierigkeitsgrad des gewählten Weges erfährt der Radler auch viel über Einzelheiten wie Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten. Farbliche Markierungen am Seitenrand ermöglichen die Zuordnung zu dem Landkreis, in dem Tour ganz oder überwiegend verläuft. Höhenprofile (in zehnfacher Überhöhung bei kurzen und mittleren sowie 15-facher bei langen Touren) erleichtern außerdem die Berechnung, wie heftig der Schweiß fließen wird, bevor das Ziel in Sicht kommt. Daran schließt sich ein ausführlicher Kartenteil mit 24 Einzelplänen im Maßstab 1:50000 an.

Die einzelnen Rundtouren sind außerdem je nach Landkreis mit Zahlen wie zum Beispiel "FO5" oder "BT14" gekennzeichnet. Auf Abzweigemöglichkeiten auf andere Routen wird verwiesen.

Werbung in eigener Sache betreibt die Tourismuszentrale Fränkische Schweiz auf den ersten Seiten mit vierfarbigen Bildern. Sie wuchert mit den Pfunden der Region, preist sie als "eine der ältesten und beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands". Ihr besonderer Reiz liege in der "kleinstrukturierten, bäuerlich geprägten Naturlandschaft, durch die sich romantisich anmutige Tallandschaften schlängeln..."

Tatsachen, die den Radfreunden bekannt sein dürften. Andernfalls würden sie wohl nicht 16,80 DM für das Kartenwerk zahlen, um in ihrer Freizeit in der "Fränkischen" geplant in die Pedale zu treten.

Gerade auch für Naherholer aus den angrenzenden Ballungsräumen werden Bahnhöfe an der Strecke genannt, damit die vierrädrigen Freizeitgefährten gleich in den Garagen in Nürnberg, Erlangen, Bayreuth oder Bamberg stehen bleiben.

Das vorliegende Kartenwerk ist auch das Ergebnis der Arbeitsgruppe, die seit Jahren an einem Radwegekonzept für den Landkreis Forchheim bastelt. "Wo fehlt's ganz? Wo braucht es Ergänzungen?" lauteten unter anderem die Fragen. Auch ein Zeitplan für die Realisierung der Lückenschlüsse wurde ausgearbeitet. Die Ergebnisse sind in die vorgestellte Radwanderkarte eingeflossen.

Noch weiße Flecken sind die Touren Gößweinstein-Behringersmühle-Waischenfeld sowie der Trubachtalweg von Pretzfeld nach Egloffstein. Dafür müsste das Land den Geldbeutel aufmachen, da die erforderlichen Radwege in seine finanzielle Zuständigkeit fallen.

Ab morgen erhältlich

Das Portemonnaie bereits gezückt, hat die Europäische Union. Sie unterstützt das Druckwerk mit 9000 DM. Ingesamt kostet es 64000 DM, bei einer Erstauflage von 7500 Exemplaren, die ab dem morgigen Freitag in der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz in Ebermannstadt, in den Tourist Informationen der Gemeinden und im Buchhandel erhältlich sein werden.

Nebem das privatwirtschaftliche Vergleichsprodukt gehalten, spricht für das Gebietsausschuss-eigene Druckwerk vor allem der Preis. Mit 16,80 DM liegt er deutlich unter den knapp 50 DM, die die digitale Variante kostet. Auch die von den Herausgebern reklamierte größere Vollständigkeit ist als Pluspunkt zu verbuchen. Unterwegs kann die Papierversion zudem auf größere Stabilität verweisen, da eine Spirale das feste Papier ordentlich zusammenhält.

Wer nichts vom Blättern hält, wird aber eher zum Ausdruck von der Digitalkarte greifen, der ganz individuell gewählt werden kann. Auch bei der Menge der Zusatzinformationen bietet die CD-ROM größere Auswahl.

Manuela Cranz


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