Weit über 90 Prozent der wahlberechtigten Bürger beider Ortschaften hatten mit ihrer Unterschrift gegen die vom Wasserwirtschaftsamt Bamberg geforderte Wasserstudie protestiert und den Bürgermeister samt Stadtrat eindringlich gebeten, sich nicht daran zu beteiligen. Strikt protestierten sie im Namen der 201 wahlberechtigten Bürger aus Rüssenbach und der 79 Erwachsenen aus Neuses-Poxstall gegen eine Wasserentnahme im unteren Wiesenttal.
Durch die geplante Wasserentnahme befürchten sie Schäden an den Gebäuden, die Zerstörung von Natur und Umwelt und sehen das Ende der landwirtschaftlichen Nutzung der eigenen Äcker und Wiesen gekommen.
Den Widerstand gegen eine Wasserentnahme begründen sie mit dem Hinweis, dass Ebermannstadt genügend Wasser habe. Die Stadt solle ihren Bürgern keine Nachteile zumuten damit andere Gemeinden zu Trinkwasser kommen. Ferner wird darauf verwiesen, dass andere Gemeinden erst den Wasserverlust im eigenen Rohrnetz überprüfen und beseitigen sollten und falls durch Bautätigkeit ein zweites Standbein ihrer Wasserversorgung notwendig wird, sollten sie erst im eigenen Gemeindegebiet suchen.
Weilersbach könne genauso gut im Weilersbacher Wiesentgrund nach Wasser suchen und Heiligenstadt müsse nur die Wasserschutzzone vergrößern, um die Qualität des Trinkwassers wesentlich zu verbessern. "Wir wollen unsere Heimat an unsere Kinder so übergeben, wie wir sie von unseren Eltern geerbt haben" schließt die Resolution.
Bürgermeister Kraus versicherte, dass er und der Stadtrat an einer Wasserentnahme im fraglichen Gebiet nicht interessiert seien. Für die Stadt und die betreffenden Ortsteile werde von den Brunnen oberhalb von Ebermannstadt soviel Trinkwasser von bester Qualität gewonnen, dass in absehbarer Zeit keine neuen Quellen gebraucht würden.
Kraus verwies auch darauf, dass der Umweltausschuß des Stadtrates sich bereits mit diesem Anliegen der Rüssenbacher und Neuses-Poxstaller in einer Sitzung zu Beginn des Jahres auseinandergesetzt habe.
Die Verfasser der Petition setzen ihre Hoffnung nun voll auf die Stadtväter, da sie sich seitens des Wasserwirtschaftsamtes, was ihre Sorgen und Bedenken anbelangt, nicht ernst genommen fühlen.
HV