"Rindfleisch so gut und sicher wie nie zuvor"

Start einer Aufklärungskampagne des BBV - Licht ins Dunkel der Informationen bringen

FORCHHEIM-LAND. "Unser Rindfleisch ist gut und sicher wie noch nie", so lautete übereinstimmend der Tenor einer Informationsveranstaltung des Kreis-Bildungswerkes des Bayerischen Bauernverbandes Forchheim im Gasthof "Zur Ehrenbürg" in Schlaifhausen.

Damit wurde das Signal einer Aufklärungskampagne für die Verbraucher gegeben - denn fundiertes Wissen baut übertriebene und falsche Ängste ab, so die Meinung der Initiatoren. Ende März wird auf dem Rathausplatz in Forchheim eine weitere öffentlichkeitswirksame Aktion getätigt: Zwei Kuhhälften werden gegrillt und in Kostproben an die interessierte Bevölkerung verteilt.

Auch in Schlaifhausen blieb es nicht nur bei Worten. Der Koch des Ehrenbürg-Gasthofes, Wilhelm Nagengast, servierte den Gästen vier Gerichte - dreimal vom Rind und einmal vom Schwein. Allen mundete es.

Der junge Gastronom Wilhelm Nagengast hob hervor: Das zum Verzehr angebotene Schweinefleisch kam aus eigener Aufzucht und Schlachtung und das Rindfleisch von einem Metzger aus der Region. Die Herkunft konnte anhand der Identifikationsnummer nachgeprüft werden.

Kreisbäuerin Gunda Pingold begrüßte zu der Veranstaltung viele Multiplikatoren: Wenige Vertreter aus der Politik, Ortsbäuerinnen, Vertreter der Verbraucherschaft und von Großküchen, des Amtes für Landwirtschaft und Ernährung, wie den Leitenden Direktor Ernst- Jürgen Dahlmann. Die Regierung von Oberfranken war vertreten durch die Hauswirtschaftsdirektorin Irene Hampel. Mit von der Partie war auch die Kreisfrauenbeauftragte Elfriede Küttinger.

Sieben Kurzreferate brachten Licht in das Dunkel. Der Obermeister der Fleischerinnung für die Stadt und den Landkreis Forchheim, Hans Sauer, betonte: Die Sorgen der Landwirtschaft sind auch unsere Sorgen! Der Sprecher der Metzger informierte, was man beim Fleischkauf beachten soll.

Eine Kuh versorgt heute 17 Menschen, betonte der BBV- Kreisgeschäftsführer Werner Nützel in seiner Situationsbeschreibung bei der Erzeugung von Rind- und Schweinefleisch auf den Bauernhöfen in Bayren. In Bayern und ganz besonders in Franken und konkret im Forchheimer Land gibt es keine Agrarfabriken. In der vollwertigen Ernährung hat auch Fleisch seinen festen Platz, hob Hauswirtschaftsrätin Gabriele Royackers vom Amt für Landwirtschaft hervor und informierte: Neben den Hauptnährstoffen Eiweiß und Fett liefert Fleisch auch wertvolle Vitamine, vor allem Vitamine der B- Gruppe, und Mineralstoffe wie zum Beispiel Eisen und Zink. Dabei zeichnet sich Schweinefleisch durch seinen hohen Gehalt an Vitamin B aus, Rindfleisch hingegen hat die höheren Eisengehalte. Aufgrund der unerwünschten Begleitstoffe Cholesterin und Harnsäure ist ein zu hoher Verzehr von Fleisch jedoch problematisch, betonte die Hauswirtschaftsrätin und bringt eine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Erinnerung: zwei bis drei mal pro Woche maximal 150 Gramm Fleisch und zwei bis drei mal maximal 50 Gramm Wurst. Diese Menge dürfe dann mit Genuss verzehrt werden.

Geringere Mengen Fleischverzehr wären dann leichter auch mit einem höheren Preis zu honorieren, war die Meinung bei der Versammlung. Der Leiter des Veterinäramtes am Landratsamt Forchheim, Dr. Helmut Berg, informierte über den behördlichen Verbraucherschutz im Kreis Forchheim. Der Experte legte Wert auf die Feststellung, dass noch nie Rindfleisch so sicher wie heute war. Interessant waren auch die Aussagen von Geschäftsführer von Hans Bogner vom Fleischprüfring Bayern. Er berichtete, dass die Produktionskette noch nie so sicher gewesen ist wie gegenwärtig. Bogner, selbst aktiver Landwirt, teilte mit, dass in Bayern ein neues Gütesiegel eingeführt werden wird.

Verbraucher wollten wissen, wie sicher sie in Metzgereien und Gastwirtschaft informiert werden, woher diese ihr Fleisch beziehen. Es wurde der Rat laut, dass die Konsumenten immer wieder hinterfragen sollten. KLB-Landvolkreferent Adam Bucher gab zu bedenken, das auch die Einfuhren aus Drittländern den gleichen Anforderungen des deutschen Sicherheitsstandards unterworfen werden müssten. Hier sei dringender Handlungsbedarf der Politik auf deutscher und europäischer Ebene gefordert.

Mehr aufklären

Für einen Stopp der Wissenslücken plädierte Vize-Landrat Gregor Schmitt, der konstatierte, dass wieder mehr Rindfleisch gegessen wird. Schmitt befürchtet aber, dass in absehbarer Zeit noch weitere kleinere Landwirte aufgeben werden.

Für einen Schulterschluss zwischen Landwirten und Metzgern in der Region - im Interesse der Verbraucher und aber auch der Berufsstände - plädierte BBV-Kreisobmann Paul Ganß. Stellvertretende Kreisbäuerin Waltraud Endreß appellierte an die Verbraucherschaft, doch bei Metzgern ihres Vertrauens zu kaufen und diese damit zu stärken. Als "Honorar" bekamen die Referenten Geschenkkörbe mit fränkischen Produkten, darunter deftige Würste.

Franz Och


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