Der Bildschnitzer Simon Weidinger hat in schlichter, eindrucksvoller Form eine Krippe geschaffen die täglich zu sehen ist. Ausgelöst wurde seine Euphorie für die Darstellung der Geburt des Herrn durch den "Krippenpfarrer" Freitag.
In den letzten Jahrzehnten ist eine neue Welle der Krippenbegeisterung wahrzunehmen, die möglicherweise auf die Publizierung des Bamberger Krippenweges und verschiedener Krippenbauer aus dem Bamberger Raum zurückzuführen ist, meint der Gasseldorfer Bildschnitzer und betont: "Die Krippen sind jetzt nicht nur in den Wohnungen und Kirchen, wie früher, sondern in Kaufhäusern, auf Marktplätzen oder in den Dörfern als Ortskrippe zu sehen".
Ansätze, wonach die Heilige Familie vom Kommerz überlagert wird, beobachtet Simon Weidinger mit Sorge und hofft, dass dem fränkischen Raum eine Vermarktung dieses Brauches wie beim Osterbrunnen- Schmücken erspart bleibt. Deshalb entschloss er sich, eine Krippendarstellung zu fertigen, die auf Christi Geburt zurückführen sollte.
Vorbereitung und Fertigstellung der über 130 Zentimeter großen Figuren für die Gasseldorfer Krippe nahmen ein volles Jahr in Anspruch. Der Schnitzer verwendete verleimtes Lindenholz, die Oberflächen sind mit Wachs behandelt. Eingehend auf die Schilderung in der Heiligen Schrift von der beschwerlichen Wegereise von Nazareth nach Bethlehem ist die Kleidung des heiligen Josef einfach und leger gestaltet. Dabei trägt er in der rechten Hand einen Wanderstab und in der linken einen Kerzenleuchter.
Die Gottesmutter hat ebenfalls ein einfaches Untergewand und darüber einen gezogenen Umhang. Die Rose in der rechten Hand, von einem Hirtenmädchen mitgebracht, will sie gerade auf der Futterkrippe ablegen. Seitlich hat sie das Reisebündel abgelegt, in dem sich Wäsche und Windeln befinden. Das Christkind liegt in einer einfachen Krippe. Zur Heiligen Familie haben sich zwei Schafe verirrt. Ochs und Esel habe es bei der Krippe nicht gegeben, so der Hobby-Bildschnitzer und meint zusammenfassend: "Ich wollte den Versuch wagen, das große Ereignis von der Geburt des Gottessohnes im Stall von Bethlehem vor 2000 den Menschen der heutigen Zeit in seiner damaligen Realität sichtbar zu machen."
fpo