Ein Heft voll guter Beispiele

Gestaltungssatzung für die Ebermannstädter Altstadt wurde vorgestellt

EBERMANNSTADT. Es war ein dornenreicher Weg von 1991 bis zur Billigung der Gestaltungssatzung durch den Stadtrat im November 1999. Die Umsetzung, die sich die Stadtverantwortlichen damit vorgenommen haben, wird nicht einfacher, enthält die seit 1. Februar in 19 Paragraphen rechtskräftige Satzung klare Empfehlungen zur Erhaltung des Bildes der Altstadt.

Die Satzung soll mithelfen Fehlentwicklungen zu stoppen und bereits gemachte Fehler zu korrigieren, betonte Bürgermeister Franz Josef Kraus bei der Vorstellung der Farbbroschüre im Stadtrat, die von Städteplaner Veit Sipos und seiner Mitarbeiterin Manuela Schmid ausgearbeitet und jetzt übergeben wurde.

Dank für "Nachbohrer"

Dank richtete Kraus an die eigene Verwaltung, die mit ihrem "Nachbohren" endlich eine feste Handhabe erhalten hat sowie an die Regierung, die sich im Rahmen der Altstadtsanierung mit 60 Prozent an den Druckkosten von 30000 Mark beteiligte.

Weitere Grüße galten dem nun ebenfalls mit der Umsetzung befassten Kreisbaumeister Walter Neuner und den Kreisheimatpflegern Erich Döttl und Otto Voit, die stets mit Rat und Tat zur Seite stehen.

"In der Satzung kommt das fränkisch-bodenständige zum Ausdruck", bestätigte der Stadtchef mit der Erinnerung an eine Veranstaltung des Arbeitskreises "Bauen und Gestalten" im Fränkische Schweiz- Verein, die einst dem Bauausschuss den letzten Anstoß für den Erlass der Gestaltungssatzung gab.

Als Anreiz zur Erhaltung der charakteristischen Gestaltungsmerkmale und zur Beseitigung von Bausünden hat die Stadt ein kommunales Förderprogramm aufgelegt; Fassadenrenovierungen, Freiflächengestaltungen und neue Werbeanlagen können mit einer Gesamtsumme bis zu 15000 Mark je Objekt bezuschusst werden. Vorsätzliche oder fahrlässige Ordnungswidrigkeiten können, so im Paragraph 18 festgelegt, mit einer Geldbuße bis 50000 Mark bestraft werden.

"Stadtsanierung ist immer auch Aufklärung", machte Architekt Veit Sipos bei seinen Ausführungen zur Broschüre deutlich, in der die guten Beispiele aus Ebermannstadt "aus psychologischen Gründen" den schlechten aus anderen Städten gegenüber gestellt sind.

"Es wird auch ein harter Weg", prophezeite der Planer aus seiner Erfahrung den Stadträten. Kompromisse seien jedoch nicht ausgeschlossen, aber leicht sollten es sich die Räte dabei nicht machen, war seine Empfehlung. Die reich bebilderte Broschüre zur Gestaltungssatzung ist für den Preis von 7,50 Mark im Rathaus zu haben.

mao


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