Die Kluft, die sich zwischen Wunsch und Wirklichkeit oft auftut, ist manchmal tief. Im privaten wie im öffentlichen Leben werden Versprechungen gemacht, die häufig nicht gehalten werden. Es kommt aber auch der umgekehrte Fall vor, nämlich der, daß ein realisierter Wunsch nicht mit Leben erfüllt wird. Wie das geht? In Ebermannstadt scheint es zu gehen. Dort rang sich der Stadtrat den Beschluß ab, einen von vielen Seiten gewünschten Kinderhort einzurichten. Der Bedarf, so schien es, war vorhanden. Die Stadt solle doch endlich mal . . . und so weiter und so fort.
Die Stadt tat auch. Sie stellte Mittel zur Verfügung (immerhin ein erklecklicher, fünfstelliger Betrag), gewann die Caritas als Träger des ganzen Projekts, die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, sogar die Verköstigung der Schützlinge ist unter Dach und Fach. Nun ist man soweit, daß es im Herbst eigentlich losgehen könnte, eigentlich . . .
Doch ach, bislang fehlt es an genügend Nachfrage. Das Interesse, das einst so groß gewesen war, scheint merklich nachgelassen zu haben. Bis heute sind es gerade mal elf Anmeldungen, die vorliegen. Und 20 sollten es schon sein, damit man einen vernünftigen Betrieb durchführen kann. Die Chance, so eine Einrichtung zu besitzen und sie auch kräftig zu nutzen, sollte nicht leichtfertig vertan werden.
Der Sturmwind, der sich im Vorfeld erhoben hatte, ist zu einem mehr als lauen Lüftchen geworden. Am Ende droht, was nun wirklich fatal wäre, gar eine Windstille.
Mü