Hexen, Höllenfeuer und Gehörnte

Beim Faschingszug in Ebermannstadt war der Teufel los - Sieben Wagen und drei Kapellen

EBERMANNSTADT. In "Ebs" war am Sonntag der Teufel los - vor allem in Gestalt der Katholischen Jugend, die, als Gehörnte und krummnasige Hexen verkleidet, auf ihrem Festwagen anzüglich fragte: "Voulez-vous coucher avec moi?" Ein wenig Höllenfeuer tat auch Not, denn der Draht nach oben" schien vorübergehend abgerissen zu sein. Ein verhangener Himmel, aus dem strichweise kalter Regen fiel, dazu ein unangenehmer, unter die Kleidung kriechender Wind - da reichten vor allem für miniberockte Gardemädchen ein paar warme Gedanken als Gegenmittel bei weitem nicht aus. Zum Zugbeginn begann es heftig zu regnen, und als die letzten Wagen auf dem Marktplatz eintrafen, kam für ein paar Momente die Sonne heraus.

Sieben Festwagen, drei Kapellen, etliche Gruppen und viele "freie Narren" trotzten den Witterungsbedingungen und zogen fröhlich durch angenehm wahlplakatfreie Straßen. Die Niedermirsberger Blaskapelle machte den Anfang, der TSV erinnerte mit dem Spruch "Sportvereine holen die Kinder von der Straße" an den sozialen Wert ihrer Arbeit. Doch auch die "große Politik" kam zu Wort: "Wer soll das bezahlen?" hieß die Frage auf einem Wagen - gemeint war der milliardenschwere Airbus-Kauf der Bundeswehr. Den Abschluss des Zuges bildeten rockende Müllwerker, sozusagen die "Müllionäre" des Landkreises.

Auch das triste Wetter konnte die Wiesentstädter nicht in ihren Häusern halten - viele mischten sich unter das närrische Volk, zum Teil selbst verkleidet, zum Teil "nur" geschminkt (wasserfest natürlich). Zumeist regierte jedoch der Regenschirm. Nach dem Umzug ging es in den zahlreichen örtlichen Gasthäusern munter weiter - dort garantiert trocken. Zumindest von außen.

gw


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