Betz startet bei der Sachsenmühle durch

Der Rennverlauf an der Spitze beim 1. Fränkische-Schweiz-Marathon - Idealer Abschluss

Als Gerd Betz nach 2:39:39 Std. die Ziellinie des ersten Fränkischen-Schweiz-Marathons als Sieger überquerte, hatte er rund zwei Minuten Vorsprung vor dem zweitplatzierten Helmut Süß aus Röttenbach und sieben Minuten Vorsprung vor dem Dritten, dem eigentlichen Favoriten Thomas Götz.

Dass sich der Sieg wahrscheinlich zwischen dem Neu- Weilersbacher Betz und dem Effeltricher Götz abspielen würde, war schon relativ früh im Rennverlauf abzusehen. "Thomas Götz und ich gingen die ersten zehn Kilometer relativ schnell an und setzten uns so beide auch ziemlich schnell an die Spitze des Feldes", erklärte der Sieger Gerd Betz nach dem Rennen. Nachdem Götz bis zur ersten Verpflegungsstation rund 50 Meter Vorsprung herausgelaufen hatte, konnte Betz dort wieder zu ihm aufschließen.

Gemeinsam standen sie dann die Strecke bis zum Wendepunkt bei km 29 an der Sachsenmühle durch. Betz: "Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir die Kilometerabschnitte in rund drei Minuten und vierzig Sekunden bewältigt." Doch kurz nach der Wendschleife gelang es Betz, den Grundstein zum Sieg zu legen. Mit zwei in jeweils 3:30 Min. gelaufenen Kilometern gelang es ihm, sich entscheidend von Götz abzusetzen. So konnte auch eine leichte, ab km 32 laut Betz vermutlich auf Grund des schnellen Anfangstempos eintretende Schwächephase den Erfolg nicht mehr gefährden.

Betz verrät: "Dass Götz aus dem Rennen war, habe ich hier schon instinktiv gespürt." Der spätere Sieger konnte somit ab hier sein Tempo etwas reduzieren. Eine Tempodiskussion für diesen Marathon mit Zeiten von rund zwei Stunden und 25 Minuten hatte Betz ohnehin von Anfang an als unsinnig angesehen. So konnte er letztendlich in rund zwei Stunden und vierzig Minuten den Lauf nach Hause bringen.

Die Renntaktik "so zu laufen, dass man am Ende vorne ist", hat also einmal wieder geklappt beim bayerischen Marathonmeister von 1994 und 1996, der im Zieleinlauf seines ersten Marathons seit drei Jahren glücklich in die Hände seiner Ehefrau fiel, die zum ersten Mal bei einem Marathonlauf ihres Mannes überhaupt anwesend war. Gerd Betz resümierte: "Ich bin jetzt fast 37, das war ein idealer Abschluss meiner Marathonkarriere. Deshalb war es mir auch wichtig, hier zu gewinnen." Eine Sache hatte der Sportler nach dem Lauf zu bemängeln: "Die Startzeit war einfach zu spät. Neun Uhr wäre, gerade auch für die vielen mitlaufenden Breitensportler, die so in der Mittagshitze laufen mussten, passend gewesen." Etwas, was sich im nächsten Jahr, wenn es zum zweiten Marathon in der Fränkischen Schweiz kommen soll, wie Landrat Reinhardt Glauber durchaus nicht abgeneigt erklärte, sicherlich berücksichtigt werden kann.

Thorsten Adelhardt


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