Kirchenpfleger Walter Deckert gab einen Überblick über die laufenden und geplante Maßnahmen im baulichen Bereich, die von der Kirchenverwaltung beschlossen wurden. So stehe nach der Dachsanierung - das marode Kirchendach wurde im vergangenen Jahr vollständig neu eingedeckt - der Einbau einer neuen Heizung unmittelbar bevor. Auf Empfehlung des Erzbischöflichen Bauamtes sind einzelne Heizstationen geplant, die von einer Zentrale mit Warmwasservor- und Rücklauf versorgt werden. Von diesen Stationen aus wird, elektronisch gesteuert, die Warmluft im Kirchenraum verteilt. Der Vorteil: Ein Gebläse, das Staub aufwirbeln könnte, entfällt.
Da die Luftkanäle unter dem Kirchenboden für die Zu- und Ableitungen von Warmwasser vrohanden seien und die bestehenden Heizungsschächte nur etwas vergrößert werden müssten, könnten größere Baumaßnahmen vermieden werden, so dass die Maßnahme in vier bis fünf Wochen abgeschlossen sein könnte. Im Zuge der Erneuerung der Heizung wird auf Erdgas umgestellt. Die Gesamtkosten sind auf 260000 DM veranschlagt, von denen die Pfarrei knapp ein Drittel (78000 DM) aufbringen muss. Durch Kollekten und Einzelspenden stehen bereits 50000 DM zur Verfügung.
Die Stufen zum Chorraum, die jetzt quer zur Längsachse der Kirche verlaufen und die Symmetrie unterbrechen, müssten ins Kirchenschiff vorgezogen werden. Der Altar soll näher zum Volk stehen und zwischen Altartisch und Tabernakel soll der Taufstein seinen Platz finden. Das sei auch liturgisch sinnvoll, da Eucharistie und Taufe, die beiden Ursakramente der Kirche, deutlicher sichtbar würden.
Ein maßstabgetreues Modell des neuen Chorraumes ermöglichte den Besuchern der Pfarrversammlung, sich ein genaues Bild zu machen. Nach kurzer Diskussion wurde dem Vorschlag zugestimmt.
Über die künstlerische Gestaltung der Kirche müsse noch mit den zuständigen Gremien des Ordinariats und Künstlern gesprochen werden. Wichtig ist dem Seelsorger, dass nur künstlerisch wertvolle Gegenstände in der Kirche stehen. Die Plastik-Blumenkübel neben dem Tabernakel sollen ebenso verschwinden wie alle anderen "unechten" Gegenstände. Dazu gehört auch die Marienfigur, die jetzt vorne am Seitenaltar steht, weil es sich um eine "maschinell vorgefertigte Massenware" handle.
Pfarrer Hübner hätte es am liebsten gesehen, wenn die damals von allen pfarrlichen und erzbischöflichen Gremien genehmigte "Backmund-Madonna" an ihren angestammten Platz zurückgekommen wäre. Nach vielen Gespräche mit Gläubigen seiner Gemeinde habe er sich zu einem Kompromiss entschlossen. Er sieht vor, dass die jetzt in der linken hinteren Seitenwand hinter Glas stehende gotische, künstlerisch sehr wertvolle Marienstatue aus dem 15. Jahrhundert vorne am Marienaltar auf einer noch zu schaffenden Stele stehen soll. Sie würde ein Gleichgewicht zu dem an der rechten Seite des Chorraumes, jetzt an der Wand hängenden "Gnadenstuhl" aus der gleichen Zeit- und Kunstepoche bilden.
Die "Backmund-Madonna" soll dafür hinten links auf ihrer Stele in die Kirche zurückkehren. Wie dies alles künstlerisch gestaltet und ausgeführt wird, müsse natürlich noch geklärt werden. Pfarrer Hübner versprach, dass er, sobald die Planungen soweit fortgeschritten sind, seine Gemeinde wieder umfassend informieren werde und bat, ihn mit guten Ratschlägen und Ideen weiterhin zu unterstützen.
HV