Dieser Meinung war nicht nur der Stellvertretende Landrat Gregor Schmitt (CSU), sondern auch die Bürgermeister und CSU-Ortsvorsitzenden der Kommunen, die sich am Samstag im Resengörgsaal in Ebermannstadt trafen, um sich auf Einladung des CSU-Kreisvorsitzenden MdL Eduard Nöth auf die Situation ab der nächsten Bundestagswahl einzustellen. Dabei stellte sich der Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk vor, der bereits jetzt mit dem zuständigen Abgeordneten Dr. Gerhard Scheu die Betreuung und Interessensvertretung dieser Kommunen in Berlin wahrnehmen will.
Dazu gehören die Städte Ebermannstadt und Gräfenberg sowie der Gemeinden Gößweinstein, Obertrubach, Hiltpoltstein, Weißenohe, Wiesenttal, Egloffstein, Pretzfeld und Unterleinleiter. Eduard Nöth führte aus, dass sich die Bundestagsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen am 8. Februar dieses Jahres über sämtliche Proteste der betroffenen Städte und Gemeinden hinwegsetzten und die Abtrennung des östlichen Landkreises sowie des Forchheimer Oberlandes in den Wahlkreis Bayreuth beschlossen. Der CSU-Kreisvorsitzende kritisierte, dass weder der Landkreis noch die Städte und Gemeinden bei dieser Neuordnung der Bundestagswahlkreises, die aufgrund der Verkleinerung des Bundestages und der "Unterbevölkerung" des Wahlkreises Bayreuth erfolgte, angehört geschweige denn beteiligt wurden.
MdB Koschyk schilderte die Entwicklung dieses Vorganges und monierte, dass eine vom letzten Bundestag beschlossene ausgewogene Lösung, die eine Auffüllung Bayreuths durch die Gemeinden aus den Landkreisen Forchheim, Hof und Wunsiedel zu etwa gleichen Teilen vorsah, "ohne Not und nur auf Druck der SPD-Landräte von Hof und Wunsiedel wieder über den Haufen geworfen wurde". Der Landkreis Forchheim sei daher von der Neueinteilung am stärksten betroffen.
Nöth und Koschyk betonten jedoch, dass bei aller Verärgerung und berechtigter Kritik an der Vorgehensweise es keinen Sinn mache, nur zu lamentieren. Als Demokraten, so die Abgeordneten und jeweiligen CSU-Vorsitzenden, müsse man auch solche Mehrheitsentscheidungen akzeptieren. Es gelte nunmehr den Blick nach vorne zu richten und für einen reibungs- und nahtlosen Übergang zu sorgen. MdB Koschyk ist ein gebürtiger Forchheimer und kenne die Gemeinden des Landkreises Forchheim bestens, betonte Eduard Nöth. Er sei deshalb ein Garant für einen guten Übergang.
Dieser versicherte den Bürgermeistern, sich ab sofort mit MdB Scheu um die Belange und Interessen der neu zu seinem Wahlkreis kommenden Städte und Gemeinden zu kümmern. Nach seinem Politikverständnis werde er für alle Gemeinden, Bürgermeister und BürgerInnen, unabhängig von ihrer parteipolitischen Zugehörigkeit, Ansprechpartner sein. Da er "keine Politik auf Distanz" betreibe, werde er versuchen, so oft wie möglich auch bei den Menschen im Landkreis Forchheim zu sein. Zum besseren Kennenlernen werde er in den kommenden Monaten alle Kommunen besuchen und sich über die Probleme informieren. Die CSU- Ortsverbände lud er für November zu einem Informationsbesuch in die Bundeshauptstadt Berlin ein.
Stellvertretender Landrat Gregor Schmitt bedauerte ebenfalls wie die Bürgermeister Kraus, Lang, Zeißler und Pöhlmann, dass der Landkreis Forchheim künftig auf zwei Bundeswahlkreise aufgeteilt ist, jedoch mache die Person Hartmut Koschyk diesen Einschnitt erträglicher. Schmitt betonte, dass die Landkreise Forchheim und Bayreuth viele gemeinsame Klammern und Berührungspunkte hätten wie den Gebietsausschuss Fränkische Schweiz, den Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst und den Zweckverband Museum Tüchersfeld. Auch die Sozialstruktur sei ähnlich. Weitere Brücken sind der Fränkische-Schweiz-Verein, der Maschinenring, die Waldbauernvereinigung und der Obstgroßmarkt Fränkische Schweiz.
Übereinstimmend dankten die Anwesenden dem bisherigen MdB Gerhard Scheu für seinen Einsatz. Wie Nöth ankündigte, werde eine einzuberufende CSU-Teilkreisversammlung ihm noch diesen Dank offiziell aussprechen.
fpo