Der Gastredner betreibt in Schweinfurt ein Fachplanungsbüro und kann auf langjährige Erfahrungen mit dem Einsatz neuer Technologien im ganzen nordbayerischen Raum verweisen. Neben Bürgermeister Franz Josef Kraus nahmen auch einige Mitglieder des Bauausschusses, die Leiter der Stadtwerke und der Firma Kennametal-Hertel sowie zwei Handwerksmeister aus dem Elektro- und Heizungsfachhandel an der Informationsveranstaltung teil.
Ingenieur Karrer stellte zunächst einige bereits realisierte Projekte in Amberg, Schweinfurt und Mellrichstadt vor, wo Wohnungen und Siedlungen verschiedenster Bebauungsdichte mit Nahwärmenetzen versorgt wurden. Die Wärme wird zentral mit Motoren erzeugt, die gleichzeitig Strom produzieren, der entweder von den Bewohnern verbraucht oder ins Netz eingespeist wird. Die Technik dieser Blockheizkraftwerke sei heute voll ausgereift und rechne sich immer dann, wenn die Planung genau auf die örtlichen Verhältnisse zugeschnitten sei.
So sah er im Seniorenzentrum in der Peunt und in der übrigen dort vorgesehenen Bebauung äußerst günstige Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb von Blockheizkraftwerken mit Nahwärmeversorgung. Beim Baugebiet Judenäcker müsse zunächst eine genauere Kalkulation durchgeführt werden, bevor endgültige Aussagen oder Empfehlungen möglich seien.
Idealismus unentbehrlich
Mit einem Rückblick auf die Entwicklung der Stromgewinnung und -versorgung in Ebermannstadt führte Heller zum Thema hin. Voraussetzung für Fortschritte in der Energietechnik sei schon immer gewesen, dass Idealisten sie quasi als Hobby mit großem Aufwand an Kapital und Arbeitszeit voranbrachten. Am Beispiel der ersten Betreiber von Wasserkraftwerken zeigte Heller auf, dass diesen Pionieren der Elektrizitätsgewinnung seitens der Verwaltung und der großen Stromversorger in den zwanziger Jahren teils erhebliche Hindernisse in den Weg gelegt wurden.