Baumaterial mit Rucksack tragen?

Grundsatzentscheid über Verkehrserschließung der “Peunt” vertagt — Mit Trick zum Radweg

EBERMANNSTADT.Die Anfahrbarkeit des Baugebietes Peunt mit schweren Fahrzeugen sorgte bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses Ebermannstadt für Zündstoff. Ferner wurde ein Vorentwurf für eine Neugestaltung des Bereiches Kirchenvorplatz/Bahnhofstraße vorgestellt.

Soll eine Zufahrt geschaffen werden, die so breit ist, dass schwere Baufahrzeuge, Möbelwagen und Müllfahrzeuge durch die Scheunen in die “Peunt” fahren können oder soll die Erschließung auf “Normalfahrzeuge” beschränkt bleiben? Dies war die grundsätzliche Frage, deren Beantwortung der Bauauschuss allerdings nach ausführlicher Diskussion vertagte.

Bauamts-Leiter Erich Seitz rechnete vor, dass eine “normale Erschließung” etwa 55 000 Mark kosten würde. Soll die Zufahrt aber auf eine Breite von fünf mal vier Metern vergrößert werden, müsste das Dach abgehoben und komplett erneuert werden. Diese “größeren Umbauten” würden Kosten von je 125 000 Mark pro betroffener Scheune verursachen.

Während sich Klaus Neuner Sorgen um das einheitliche Erscheinungsbild machte, rechnete Kollege Günther Böhm per Taschenrechner vor, dass sich der Mehraufwand bei den zwei Scheunen durchaus lohne. Pro Quadratmeter Baufläche ergebe die “große Lösung” einen Mehraufwand von sieben Mark. “Das ist wirtschaftlich! Dafür brauchen die Leute das Baumaterial nicht mit dem Rucksack hintragen” argumentierte Böhm.

Vizebürgermeister Alfons Dorn hielt dagegen die Frage, ob die Peunt für den Verkehr geöffnet werden soll, müsse gründlich erwogen werden, denn für Schwerfahrzeuge gebe es dort keine Wendemöglichkeit. Strikt spach er sich gegen die Schaffung einer Wendeplatte aus. Bauamtschef Seitz verwies darauf, dass während der Bauzeit eine Anfahrtsmöglichkeit über die Feuerwehrzufahrt bestehe.

Erst mal prüfen

Der Bauauschuss einigte sich darauf, zu prüfen, ob die Feuerwehrzufahrt für die Erschließung des Gebietes genutzt werden kann. Außerdem will sich das Gremium noch einmal beide Varianten für eine Zufahrt durch die Scheunen mit einer detaillierten Kostenaufstellung - die Stadt ist mit zehn Prozent der kosten beteiligt - vorlegen lassen.

 Zuvor hatten sich die Räte darauf geeinigt, dass der zwei Meter breite Fußweg vom Rewe Einkaufsmarkt zum scheunenviertel nicht asphaltiert wird. Im Gegensatz zur Regierung von Oberfranken soll die wassergebundene Decke aber durch eine Randeinfassung abgegrenzt werden. Als Material schlug Seitz Granit und Betonpflaster vor.

Bei der Binnenentwässerung im Baugebiet Peunt verständigte sich das Gremium darauf, dass das Wasser in der Straßenmitten ablaufen soll. Die Erschließungsstraßen sollen mit einem Betonpflaster versehen werden.

Grün ins Zentrum

Neu gestaltet werden soll der Randbereich an der Staatsstraße 2260 zwischen der Wiesent und der Einmündung Rosengasse. Die Planung sieht eine Baumreihe im Bereich der Rewe Parkplätze und die Errichtung eines Bushäuschens (Stahlkonstruktion mit Zinkblech) zwischen Rewe Zufahrt und Kindergarten-Busbucht vor. Die Querungshilfen in der Staatsstraßte sollen begrünt werden. Einer Aufpflasterung stimmt das Straßenbauamt allerdings aus Lärmschutzgründen nicht zu. Außerdem will die Behörde im Bereich der Kreuzung einen höhengleichen Ausbau. An den Kosten - die Schätzung liegt bei 700 000 Mark - will sich die Behörde nicht beteiligen.  Der Bauauschuß stimmt der Planung dieser Maßnahme und deiner zügigen Duchführung vorausgesetzt, dass in den Haushalt die entsprechenden Mittel eingestellt werden können, zu.

Radler frei

Mit einem “Trick” gelingt es, die Lücke im Radwegenetz zwischen Forchheim und Behringersmühle zwischen der Klinik Fränkische Schweiz und der Staatsstraße Richtung Eschlipp zu schließen. Da der Radweg eine Mindestbreite von 2,5 Meter haben müsste, in dem Bereich aber einige Engstellen auftreten, wird der Weg als Fußgängerweg ausgewiesen und mit der Zusatzbeschilderung “Radfahrer frei” versehen.
Josef Hofbauer
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