Zwischen „Säutreibern“ und „Hungerleidern“

Sponsor will Breitenbachern ein Denkmal setzen – 7.500 Euro für provisorischen Jugendtreff gebilligt

Ebermannstadt. Alles bestens. So könnte das Fazit lauten, das die Mitglieder des Haupt- und Kulturausschusses Ebermannstadt zogen, als sie auf Veranstaltungen des Ferienprogrammes, des Verkehrsamtes, den Marathon und den Obsttag zurückblickten. Ein weiteres Thema war die Beschilderung historischer Gebäude.

117 Kinder zwischen acht und 14 Jahren nahmen am Ferienprogramm teil, das diesmal unter der Regie von Jugendpflegerin Jutta Laube stand. Als Renner bezeichnete sie die Stadtrallye und die Fahrt zum Cinestar nach Erlangen mit jeweils 40 Teilnehmer/innen. Die Arbeitsstunden (insgesamt 837,5 hatte Jutta Laube für sich und die jugendlichen Betreuer notiert) hätten sich doppelt rentiert, weil einerseits die jungen Leute lernten Verantwortung zu übernehmen , andererseits stellte das Ferienprogramm eine Entlastung für viele Eltern dar. Ein weiterer positiver Effekt, der den persönlichen Einsatz der Jugendpflegerin rechtfertigte: Die Kinder kennen jetzt ihre Ansprechperson und seien für künftige Maßnahmen, wenn die Kinder in einem schwierigeren Alter seien, eher ansprechbar. So seien auch die Betreuerkosten von 4553,75 Euro gut angelegt.

Das sahen auch Bürgermeister Franz Josef Kraus und die Stadträte so. Josef Wagner überbrachte noch einmal den Dank vieler Eltern für das Engagement von Jutta Laube.

Im kommenden Jahr soll das Angebot noch stärker modifiziert werden. Während heuer Kinder erst ab acht Jahren teilnehmen konnten, soll es im nächsten Jahr zwei bis drei spezielle Angebote für die Kleinen (ab etwa sechs Jahren) geben. Auch die eine oder andere Veranstaltung, die speziell auf ältere, 14-jährige soll ins Programm aufgenommen werden.

Erst Provisorium

Ein Herz für die Jugend zeigten die Bürgervertreter auch beim Thema Jugendtreff. Da bis zum Neubau einer derartigen Einrichtung gut zwei Jahre ins Land gehen, bewilligte der Hauptausschuss 7.500 Euro für die Schaffung eines Provisoriums. Ob dies die ehemalige Eisdiele an der Forchheimer Straße oder die Räume in der Sparkasse sein werden, stellten die Räte in das Ermessen der Jugendpflegerin. Selbstverständlich soll auch der Jugendbeauftragte bei der Entscheidung beteiligt werden.

Erfreuliches berichtete auch Verkehrsamtsleiterin Angelika Theiler. Sie meldete einen Zuwachs der Übernachtungszahlen von 4,2 Prozent im Jahr 2001 gegenüber dem Jahr 2000. Allerdings ist die Zahl der Betten rückläufig. Sie ging in den letzten beiden Jahren um hundert auf 650 zurück. Die Zahl der Ferienwohnungen sank von 304 auf 241. Die meisten Gäste kamen laut einer Auswertung nach Postleitzahlen aus dem Rhein/Ruhr-Gebiet und aus Sachsen. Weiterer Trend: Die Leute entschließen sich spontaner zu Reisen.

Grundsätzlich war sich das Gremium einig, dass eine neue Info-Tafel aufgestellt werden soll. Dazu sollen zunächst Gespräche mit den Vermietern geführt werden, die sich weitgehend die Finanzierung teilen. Etwa 50 bis 60 Vermieter, so Bürgermeister Kraus, hätten ihr Interesse daran bekundet.

Zufriedenheit herrschte auch mit dem diesjährigen Fränkische-Schweiz-Marathon. Diese Veranstaltung fällt im nächsten Jahr auf den Kirchweihsonntag. Dies könnte zu organisatorischen Problemen führen, fürchteten einige Ratsmitglieder. Deshalb soll in den Folgejahren darauf geachtet werden, dass es keine Überschneidungen mit anderen Festen gibt. Für 2003 bleibt es aber beim 14. September, dem Datum der Ebermannstadter Kerwa.

Sieben neue Schilder

Auf Vorschlag der CSU Fraktion sollen künftig Schilder auf historische Gebäude in Ebermannstadt hinweisen. Ziel ist ein historischer Rundgang, bei dem vorläufig 17 Gebäude ausgeschildert werden. Die 30 mal 40 Zentimeter großen, ovalen Tafeln aus Blech nach dem Vorbild der Schilder in Heiligenstadt oder Weißenburg kosten 68 Euro pro Stück. Dafür ist die weiße Schrift auf braunem Grund mit Acrylglas überzogen, so dass sie vor Vandalismus geschützt sind. Als Einstieg wurden sieben Schilder bewilligt. Auf Vorschlag von Stadtrat Georg Held soll der Name des Gebäudes durch eine kurze Erläuterung vervollständigt werden.

Gebilligt wurde die Aufstellung eines Denkmales für die Breitenbacher. Der Säutreiber mit einem Schwein und einem Ferkel unter dem Arm , damit die Ebermannstadter Hungerleider nicht verhungern, soll durch einen Sponsor finanziert werden. 10 000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Als Künstler ist Harro Frey im Gespräch. Er soll bei der Wahl des Standortes ein gewichtiges Wort mit reden. Zu einer Dauereinrichtung soll der Ebermannstadter Obsttag werden. Hier soll die Palette vom Obstbaum bis zum Obstwasser präsentiert werden. Termin ist der zweite oder dritte Sonntag im Oktober. Um die Veranstaltung auch für Familien mit Kindern interessant zu gestalten, regte Günther Brütting an, eine Obstpresse aufzustellen, an der Kinder selbst Saft herstellen können.

JH


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