Das Für und Wider zur Marktplatzumgestaltung in Ebermannstadt ist noch lange nicht verstummt, und der Stadtrat wird sich noch so manches anhören müssen. Dennoch beginnen die Anlieger, sich mit der neuen Fläche und dem Interieur zu arrangieren, mehr noch, ein wachsames Auge darauf zu werfen.
Vor kurzem schaute eine Frau aus ihrem Fenster auf den Marienbrunnen. Da verschlug es ihr fast die Sprache. Da hatte doch so ein Hundsköter ohne Respekt und Anstand sein großes Geschäft am Sockel des Marienbrunnens verrichtet, dazu noch so kunstvoll (womöglich im Handstand), daß das Relikt der Verdauung an der Brunnenfassung klebte.
Nachdem die gute Frau ihre Empörung überwunden hatte, nahm sie Eimer und Schaufel, um die Unzierde zu Füßen der Madonna zu beseitigen.
Als sie nähertrat, verharrte sie plötzlich im Schritt, um dann unverrichteterdinge wieder umzukehren. Was sie aus der Ferne für einen Hundekegel gehalten hatte, entpuppte sich, aus der Nähe besehen, als eine Kröte, die zum Wasser drängt. Allerdings eine aus Bronze, von Künstlerhand geschaffen. Harro Frey, der Vater der beiden Marktplatzbrunnen, hat hier wieder einmal seine Phantasie spielen lassen. Und damit, was ihn augenzwinkernd freut, die Mitwelt ein wenig hereingelegt.
mw