Drei Männer aus Burggaillenreuth auf Fußwallfahrt nach Altötting

BURGGAILLENREUTH. Erschöpft, von Schmerzen geplagt, aber glücklich erreichten nach sechs Tagen Fußmarsch Hans Plank, Heinrich Müller und Georg Wölfel aus Burggaillenreuth Altötting, den bekannten Wallfahrtsort in Südostbayern. Sie hatten 275 Kilometer zurückgelegt.

Nach einer Vorbereitungszeit von einem Jahr machten sich Mitte September auf den Weg. Ohne gründliche und intensive Planung wäre dieses Unterfangen aber nicht machbar gewesen. Hilfreiche Unterstützung erhielten die Pilger von guten Freunden und einigen Leuten aus der Pfarrei Moggast. Garant des Erfolges waren Disziplin und Zusammenhalt während der sechs anstrengenden Tage. Jede Tagesetappe betrug 40 bis 45 Kilometer.

Abmarsch war am 15. September um 6.30 Uhr. Die Route führte über Obertrubach und Hohenstein in der Hersbrucker Schweiz nach Pommelsbrunn. Ankunft dort um 18.15 Uhr im Naturfreundehaus. Die ersten Blessuren mussten behandelt werden.

Pflaster und Salbe

Um 7 Uhr begang der zweite Tag mit einem steilen Anstieg über Arzlohe nach Lauterhofen. Von dort aus mussten nochmals 18 Kilometer bis nach Velburg, teilweise im Regen, zurückgelegt werden. Ankunft um 19 Uhr. "Die persönliche Verfassung war auf dem Nullpunkt", heißt es im Wallfahrts-Tagebuch.

Am nächsten Tag ging es am Truppenübungsplatz Hohenfels vorbei nach Parsberg. Hier waren Versorgungsmaterial wie Pflaster, Salben und Einlegsohlen zu beschaffen. Weiter ging es auf der B8 nach Hemau. Nach einem Wolkenbruch völlig durchnässt ging das Trio weiter über Plainten in Richtung Essing im Altmühltal. Halbzeit!

Am vierten Tag ging es nach Weltenburg. Die Franken waren die einzigen Passagiere auf der Fähre über die Donau. Begleitet von vielen schönen barocken Kirchtürmen, die man in diesem großen und schmucken Stil in Oberfranken nicht kennt. Nach beschwerlichen neuneinhalb Stunden Marsch grüßte Rottenburg an der Laaber. Gute Unterkunft und nette Wirtsleute ließen die Beschwerden vergessen.

So gingen die Pilger relativ gelassen den fünften Tag in Richtung Ergolding/Landshut an. So wie an den beiden vorausgegangenen Tagen mussten sie wiederum ausschließlich auf Asphaltstraßen marschieren, da keine Wanderwege, wie man sie in der Fränkischen Schweiz kennt, vorhanden sind.

Von Landshut bis Geisenhausen nahmen die drei die Bahn. Weiter ging es dann bis Neumarkt/St.Veit, wo sie sich erst einmal ein Quartier suchen mussten. Der vorletzte Tag war geschafft!

Gefährliche Bundesstraße

"Dem Ziel Altötting greifbar nahe, konnte uns nichts mehr bremsen", erinnern sich Plank, Müller und Wölfel. Trotz erheblicher Risiken und Gefahren auf der B299 erreichten sie gegen Mittag den Markt Erhardting mit seiner schönen Barockkirche. Nach der Mittagspause öffnete sich eine flache Landschaft. Die Alpen schon im Blickfeld, konnten die Franken in einer Entfernung von etwa 18 Kilometern auch schon die Kirchtürme von Neu- und Altötting sehen. "Wir freuten uns schon, das Ziel erreicht zu haben, mussten aber nochmals drei Stunden laufen.

Nun endlich, kaputt, erschöpft und von Schmerzen gezeichnet, aber voller Freude und Stolz, erreichten wir um 16.20 Uhr den Wallfahrtsort Altötting". Angekommen auf dem Marktplatz besuchten die Männer aus Buggaillenreuth sofort die Gnadenkapelle zur stillen Besinnung und Dankbarkeit vor dem Gnadenbild Mariens, steht im Tagebuch zur stolzen Erinnerung geschrieben.

Sicherlich einmalig für die Pfarrei Moggast und unvergesslich für Hans Plank, Georg Wölfel und Heinrich Müller wird dieser Pilgermarsch nach Altötting in Erinnerung bleiben.


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