Kreisstadt bekommt Konkurrenz

Planungsverband Oberfranken-West gibt grünes Licht für Mittelzentrum Ebermannstadt

EBERMANNSTADT. Die Große Kreisstadt Forchheim bekommt Konkurrenz. In seiner jüngsten Sitzung Ende Januar in Bamberg hat sich der Regionale Planungsverband Oberfranken-West für die Aufstufung Ebermannstadts zum Mittelzentrum ausgesprochen. Damit zieht das Wiesentstädtchen mit Forchheim gleich.

Noch sei die Sache nicht hundertprozentig perfekt, doch habe Ebermannstadt gute Chancen, in Bälde zum Mittelzentrum aufzusteigen. Es fehlt nur die Zustimmung des Umweltministeriums, des Ministerrates und des Bayerischen Landtages. Bürgermeister Franz Josef Kraus ist allerdings optimistisch, dass sich diese Gremien der Regierung von Oberfranken anschließen, die eine Aufstufung von Ebermannstadt vorgeschlagen hatte.

Kriterien erfüllt

Mit dem Votum des 35-köpfigen Regionalen Planungsverbandes sieht Bürgermeister Kraus auch die Arbeit der Mandatsträger in den letzten Jahren bestätigt, denn erst 1994 war die einst selbständige Kreisstadt als "mögliches Mittelzentrum" eingestuft worden. Von 27 Kriterien müssen 20 erfüllt werden, damit ein Ort das Prädikat "Mittelzentrum" erhält.

Diese Punkte seien im Fall Ebermannstadt nachgewiesen, wenngleich die geforderte Kreisverwaltungsbehörde (Landratsamt) nur als halber Punkt veranschlagt wurde. Ebenfalls nur zur Hälfte angerechnet werde das Krankenhaus, weil es keine "Vollversorgung" gewährleiste. "Aber diese beiden halben Puntke geben auch einen ganzen, so dass wir die geforderten Kriterien erfüllen" gibt sich Bürgermeister Kraus selbstbewusst.

Ein Mittelzentrums sei in erster Linie als bedeutender Einzelhandels-Standort mit einem eigenständigen Arbeitsmarkt definiert. So habe Ebermannstadt in etwa gleich viele Ein- und Auspendler. Ebenso sei ein quantitativ und qualitativ gesteigertes Angebot an Dienstleistern nachgewiesen. Auch Ärzte, Apotheken und soziale Pflegeeinrichtungen, sowie ein entsprechendes Bildungsangebot sei vorhanden. Ebenso kann Ebermannstadt auf ein entsprechendes ÖPNV-Angebot und auf eine Polizeiinspektion verweisen.

Durch den Schulverbands- sprengel und eine Untersuchung, die belegt, dass Teile von Heiligenstadt und Egloffstein voll auf Ebermannstadt ausgerichtet sind, könne die Stadt auch nachweisen, dass sie "Zentralversorger" für rund 30000 Einwohner ist.

Die endgültige Entscheidung über den Status von Ebermannstadt soll im nächsten halben Jahr fallen.

Josef Hofbauer


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