230 Ortsnamen und ihre Deutung

Akademie der Wissenschaften stellte Buch über Ortsnamen des Kreises Ebermannstadt vor

EBERMANNSTADT. Noch rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft veröffentlichte die "Kommission für bayerische Landesgeschichte" bei der "Bayerischen Akademie der Wissenschaften" einen neuen Band des historischen Ortsnamenbuches von Bayern. Er behandelt die Ortsnamen des ehemaligen Landkreises Ebermannstadt.

Aus diesem Grund organisierte das Landratsamt Forchheim, als Rechtsnachfolger die Buchvorstellung an historischer Stelle, im ehemaligen Amtsgebäude des Kreises Ebermannstadt. Gastgeber Landrat Reinhardt Glauber hatte die Ehre, zahlreiche prominente Ehrengäste, darunter Kreisheimatpfleger Erich Döttl, den 3. Bürgermeister von Ebermannstadt Ernst Schmeußer und den FSV- Hauptvorsitzenden Karl Theiler zu begrüßen.

Glauber erinnerte an die Aufteilung des Landkreises Ebermannstadt im Zuge der Gebietsreform vor 28 Jahren. Damals kamen Teile des alten Landkreises an die Kreise Forchheim, Bayreuth, Bamberg und Kulmbach. Die Aufteilung kam seiner Ansicht nach vor allem deshalb zu Stande, weil der Kreis Ebermannstadt damals einer der bevölkerungsärmsten in ganz Bayern war und nur eine sehr geringe Steuerkraft aufwies.

Glauber lobte das Werk der Autorin Dorothea Fastnacht als "wesentlichen Beitrag zur historischen Sprachwissenschaft in Bayern". In die gleiche Kerbe schlug Professor Dr. Alois Schmid in seiner Eigenschaft als Erster Vorsitzender der Kommission für Bayerische Landesgeschichte. Er bezeichnete das Werk als "Musterband für künftige Arbeiten" dem man nicht ansieht, dass zehn Jahre harter Arbeit der Autorin dahinter stecken.

"Dieses Buch wird auf lange Jahre seine Gültigkeit behaupten" lobte Schmid und sagte weiter, dass damit "die Geschichte dieses Raumes auf eine neue Grundlage" gestellt wird. Autorin Dorothea Fastnacht stellte im Anschluss das wissenschaftliche Werk vor, das im Wesentlichen aus einem siedlungsgeschichtlichen und dem sprachwissenschaftlichen Teil besteht.

230 Orte und Wüstungen wies Fastnacht anhand zahlreicher schriftlich Belege nach und stellte deren unterschiedliche Schreibweisen dar. Im zweiten Teil unternahm sie den Versuch einer Namenserklärung und bewies, dass viele Namen auf slavische Einflüsse zurück zu führen sind. Zu den ältesten Nennungen gehört der Ort Königsfeld. Er ist um 741/742 erstmals schriftlich festgehalten. Im zehnten Jahrhundert wurde Ebermannstadt, im elften Jahrhundert unter anderem Waischenfeld erstmalig genannt.

Der Name "Ebermannstadt" wird von der Autorin mit der Bedeutung "Wohnstätte des Ebermär" versehen, wogegen der Name "Waischenfeld" als "Siedlung am Stoppelfeld" gedeutet wird. Die mit der Endung "-stadt" genannten Ortsnamen deuten nach Fastnacht auf Ortsgründungen ab dem siebten Jahrhundert hin; Endungen mit "-feld" weisen auf landschaftliche Besonderheiten, auf die Nähe zu Wasser aber auch auf früheren Erzabbau hin.

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Siehe auch: "Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Oberfranken, Band vier, Ebermannstadt, von Dorothea Fastnacht ist herausgegeben von der "Kommission für bayerische Landesgeschichte". Das 577 Seiten starke Werk im DIN A 4-Format hat die ISBN- Nummer 3-7696-9701-4 und kostet im Buchhandel 68 Mark.


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