FORCHHEIM-LAND. Der 10.September wird heiß werden. Ob vom Wetter, bleibt offen, sicherlich aber vom Besucheraufkommen. Dann steht der erste Fränkische-Schweiz-Marathon auf dem Programm und er sprengt, so viel ist sicher, jene Grenzen, von denen die Veranstalter noch vor einigen Monaten ausgegangen sind.
Wie Toni Eckert im Rahmen einer Pressekonferenz am gestrigen Donnerstag im Landratsamt erläuterte sind bislang (Stand 3.August) 1200 Anmeldungen von Marathonwilligen bei ihm eingegangen. Ausgegangen war man im Anfangsstadium von 300 bis 500; und bis 10.September werden noch einige hinzukommen, so dass die Verantwortlichen von 1500 bis 2000 Startern ausgehen. In diesen Zahlen enthalten sind die Skater (bis jetzt 200), die ebenfalls die 42 Kilometer in Angriff nehmen werden.
Die anfängliche Skepsis wegen des gleichzeitigen Berlin-Marathons ist gewichen, von der Partie sind sogar Läufer, die in der Lage sind, die Distanz in 2:20 Stunden zu bewältigen. Also auch für sportliche Aspekte ist gesorgt. Darüber hinaus sind aber jede Menge "Ersttäter" am Start, ein Aspekt, wie Eckert anmerkte, der zeigt, dass man den breitensportlichen Ansatz zu Recht angenommen habe. Man habe, so Eckert, die Läuferszene mit der Veranstaltung erreicht, und auch das wollte man schaffen.
Was passiert nun am Sonntag, 10.September, genau? Zunächst einmal wird von 7 bis mindestens 13 Uhr die B 470 von Forchheim bis Ebermannstadt und von 7 bis 19 Uhr von Ebermannstadt bis Pottenstein vollständig gesperrt. Bereits ab 7 Uhr wird der Rathausbereich in Forchheim "zu" sein, ab 9 Uhr dann die gesamte Innenstadt. Der Start der Skater erfolgt um 9.30 Uhr, der der Läufer um 10 Uhr.
Dann geht es Richtung Zentralkauf, über die Adenauer- und Theodor-Heuss-Allee Richtung Jahnhalle, von dort wieder zurück und über die Eisenbahnbrücke auf die B 470 in die Fränkische Schweiz hinaus. Es geht auf dieser Route bis zum Wendepunkt bei der Sachsenmühle wieder zurück nach Ebermannstadt, wo der Zieleinlauf zwischen den beiden Ampeln in der Stadt sein wird. Ein autofreier Sonntag also, wie er für die B 470 ein absolutes Novum ist.
In Streitberg steigt ab 10 Uhr ein Straßenfest am Bürgerhaus und Muggendorf steht auch nicht hintan. Ab 11 Uhr werden dort Planwagenfahrten, Kinderunterhaltung, Vorführungen des Trachtenvereins, Kindertheater und musikalische Unterhaltung angeboten. Behringersmühle lockt mit einem Bauernmarkt und ab 10 Uhr mit einer Bewirtung am Bahnhof.
Apropos Radfahrer: Der ADFC hat für die Zweiradler ein umfängliches Programm sowie Routen erarbeitet, die zum gewünschten Ziel führen. Wer in der Gruppe unterwegs sein möchte, kann zwischen verschiedenen Touren wählen, die von Forchheim, Bamberg oder Bayreuth ausgehend nach Heiligenstadt, Ebermannstadt oder Pottenstein führen. Ein besonderes Angebot ergeht an sportliche Radler. Sie können im Wiesent- und Püttlachtal 35 Gasthöfe anfahren, sich einen Stempeleintrag geben lassen und dafür (für mindestens zehn) einen kleinen Sachpreis bei der Tourismuszentrale in Ebermannstadt abholen.
Bereits eine Woche vor dem autofreien Marathon-Sonntag findet am 3.September in Heiligenstadt der zweite Rad-Marathon statt. Dann kann man die insgesamt 213 Kilometer Radwege quer durch die Fränkische Schweiz in Angriff nehmen. Das genaue Programm mit allen Uhrzeiten und Infoadressen liegt ab Ende der kommenden Woche in einem Prospekt in allen Touristinformationen aus. Wer will, kann sich auch im Internet informieren. Die Adresse: www.fraenkische-schweiz.com.
Keiner unterstrich, dass für diesen besonderen Tag alle Beteiligten gut zusammengearbeitet hätten und verteilte Komplimente in Richtung Bahn und DFS. "Dieser Sonderfahrplan besitzt Zukunftsperspektive", merkte er an und meinte damit nicht nur die Großveranstaltung am 10.September.
Insgesamt wird es 60 Absperrposten geben, die verhindern sollen, dass ein Verkehr auf die B 470 im fraglichen Bereich kommt. Querungen der B 470 sind nur bedingt in Ebermannstadt und in Behringersmühle möglich. So über den Daumen gepeilt sind etwa 700 Helfer im Einsatz, um das Großereignis sicher zu bewältigen.
Man sieht: Es wird allerhand los sein am 10.September. Über eines würde sich Toni Eckert besonders freuen. Wenn sich nämlich analog zu den großen Stadtmarathons "unorganisierte Musikgruppen" längs der Laufstrecke aufstellen würden und für Spaß und gute Laune bei den Besuchern sorgen. Das gilt im Übrigen auch für Sportvereine, die eine günstige Gelegenheit haben, sich einmal in großer Öffentlichkeit mit ihrem Tun und Treiben vorzustellen. Sie alle sind willkommen! Es ist nur die Phantasie gefragt.
Winfried Müller