Mit dieser Einladung würdigt das Kultusministerium die herausragenden Leistungen der 18-ährigen Barbara Grüner. Nicht nur die Zensuren stimmen - die Obertrubacherin verfolgt auch vielseitige Interessen. Deshalb entschloss sich Schulleiter Hans Joachim Baier, sie für die Teilnahme vorzuschlagen.
Die Kollegiatin beweist, dass Hochbegabte alles andere sind als dressierte "Streber". Mit ihren Leistungskursfächern Biologie und Sozialkunde ist gewiss ein großer Lernaufwand verbunden, doch das hält den Teenager nicht davon ab, in der Freizeit in den unterschiedlichsten Bereichen tätig zu werden. Das reichhaltige Spektrum an Wissen hat Barbara Grüner vorwiegend aus Büchern. Sie liest alles, was ihr über die griechische und römische Antike in die Finger kommt. Von alten Sagen über deutsche Literatur bis zu Fantasy ist nichts vor ihr sicher. Darüber ! hinaus interessiert sie sich für das politische Geschehen.
Selbstverständlich gehört auch die Musik dazu. Seit über fünf Jahren spielt sie im Schulorchester Querflöte. Wenn dann noch Zeit ist, gilt es im elterlichen Hotel mitzuarbeiten oder den Rauhaardackel auszuführen. Grüners großes soziales Engagement zeigt sich darin, dass sie seit zwei Jahren als Mitverantwortliche im offenen Jugendtreff "Marry" in Obertrubach dabei ist. Auch gibt sie Nachhilfe.
Das Seminar in Pegnitz ist eine Geste der Anerkennung. Gleichzeitig soll es Interessen fördern und neue Horizonte öffnen. Deshalb steht im Mittelpunkt des Programms die Auseinandersetzung mit Themen, Persönlichkeiten und Institutionen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. "Bayern und Tschechien" ist dabei ein Leitmotiv.
Die Schüler diskutieren mit Professor Maier von der Universität Bayreuth über den bayerisch-böhmischen Grenzraum und die EU-Osterweiterung. Urteile und Vorurteile werden vor Ort in Eger (Cheb) im Gespräch mit der Direktorin des historischen Museums überprüft. Der Pegnitzer Bürgermeister Manfred Thümmler gibt Einblick in die Kommunalpolitik. ! Die Fränkische Schweiz wird geologisch und botanisch erforscht. In Laboren und Vorlesungen an der Universität Bayreuth lernen die Teilnehmer Studiengänge und Forschungsprojekte kennen. Die barocke Ausstattungskunst in Waldsassen beschäftigt das Seminar ebenso wie die einzigartige Orgel in der Basilika. Im Literaturarchiv Sulzbach- Rosenberg begegnen die Kollegiaten dem Werk der Dichterin Ingeborg Bachmann.