Schulspeisung in der Wüste von Mali

Realschule Ebermannstadt startet "Lebensläufe 2002" - Schriftsteller Idrissa Keita (Mali) las

EBERMANNSTADT. Zum Auftakt des Projekts "Lebenslauf", das am 16. Oktober an der Realschule Ebermannstadt gestartet wird, war der aus Mali stammende Autor Idrissa Keita zu Gast an der Schule. Das Motto lautete: "Afrika - total normal".

Das "Afrika-Projekt" steht unter der Federführung der beiden Lehrkräfte Marion Engel und Karin Meisinger. Es beinhaltet eine Reihe von Aktionen, die den Realschülern einen Blick "über den eigenen Tellerrand" hinaus" ermöglichen und die Aufmerksamkeit auf die so genannte "Dritte Welt" lenken sollen. Den Auftakt machte der Besuch des Schriftstellers Idrissa Keita.

Er ist in Mali geboren, hat in Russland und Deutschland Medizin studiert und lebt heute in Schweden, wo er sein Studium beenden will, um später ein medizinisches Projekt in seinem Heimatland aufzubauen. Ein außergewöhnlicher Mensch, der so ganz nebenbei auch noch als freier Schriftsteller arbeitet.

Jenseits von Klischees

Idrissa Keita gehört zu der jüngeren Generation westafrikanischer Schriftsteller, die sich für den lebendigen Austausch zwischen den Kulturen und für Völkerverständigung einsetzen. Besonders am Herzen liegen ihm dabei Kinder und Jugendliche. Jenseits aller Klischees und Vorurteile vermittelt er ein recht realistisches Bild von Afrika, das dem großen Kontinent mit seinen vielen verschiedenen Völkern und Kulturen gerecht zu werden versucht.

Den Ebermannstadter Realschülern stellte Idrissa Keita sein Jugendbuch "Djemas Traum vom großen Auftritt" vor. Er erzählte darüber hinaus von seiner Kindheit und Jugend, berichtete über Kultur und Religion sowie das schulische Leben in Mali. Die Kinder der achten und neunten Klassen lauschten gespannt seinen Berichten und Idrissa Keita ermunterte die Schüler Fragen zu stellen. Nach anfänglicher Zurückhaltung interessierten sich die Kinder nicht nur für das afrikanische Land Mali, sondern auch für die Person Keita.

Mit seiner Autorenlesung legte Idrissa Keita den Grundstein für die "Aktion Lebensläufe 2002". Dieses Projekt wurde 1996 von der Deutschen Welthungerhilfe ins Leben gerufen.

Der "Lebenslauf" sieht vor, dass sich jeder Schüler Sponsoren sucht (Eltern, Verwandte, Bekannte), die ihm einen bestimmten Betrag pro gelaufenem Kilometer spendet, wenn er am 16. Oktober im Rahmen des Projekttages Afrika auf dem Sportplatz der Schule seine Runden dreht. Ortsansässige Sponsoren sowie Eltern, Verwandte und Bekannte haben mittlerweile ihre Bereitschaft signalisiert, das Projekt "Mali - Schulspeisung in der Wüste" zu unterstützen.

Klasse Läufer

Motivation, eine möglichst lange Strecke zurückzulegen dürften auch die beiden teilnehmenden Weltklasse-Läufer U. Welzel und D. Mücke sein. Das "erlaufene" Geld kommt - zusammen mit den Spenden vieler ortsansässiger Unternehmen - über die Welthungerhilfe dem Land Mali zugute. So will die Realschule mit dieser Aktion ihre Schüler auf die Problematik des Hungers in der Dritten Welt aufmerksam machen und einen kleinen Beitrag zur Linderung dieses Problems leisten.

Auch erhalten die Schüler am 16. Oktober Gelegenheit, an Workshops teilzunehmen, um Einblick in das tatsächliche Leben in Mali zu bekommen. Außerdem werden die Augenzeugin Dorothea Kolbe, die für den Deutschen Entwicklungsdienst in Mali tätig war, sowie der aus Burkina Faso stammende Hamidou Par’e als Gäste erwartet.


© FT 2002 - Der Inhalt der Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie der Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung des FT sind untersagt.