Im Zuge der Verlagerung des Wertstoffhofes hatte der Werkausschuss Ebermannstadt im Dezember als Alternative eine Wertstofferfassung durch den gelben Sack nach Bamberger Vorbild vorgeschlagen. Diese Anregung hat der Landkreis aufgegriffen und dem Umweltausschuss Ebermannstadt unter Verzicht auf einen Wertstoffhof die versuchsweise Einführung des gelben Sackes angeboten. Bedingung: Das Standort-Netz für Depot-Container, in denen Glas und Papier gesammelt wird, muss verdichtet werden. Statt bisher drei sind künftig neun solcher Standorte notwendig.
Zur Erfassung des Metallschrottes wurde die Stadtverwaltung Ebermannstadt gebeten, den Metallschrottcontainer auf dem städtischen Bauhof für die Allgemeinheit zugänglich zu machen. Der Versuchszeitraum für den gelben Sack soll auf ein Jahr begrenzt sein. Eingesammelt wird er monatlich, also zwölf Mal im Jahr, oder im vierwöchigen Turnus (13 Leerungen pro Jahr). Geprüft werden soll noch, ob im gelben Sack auch Weißblechdosen entsorgt werden können. Dies stellt nach Informationen des Entsorgungsunternehmens Fristche aber kein Problem dar.
Das Unternehmen gelber Sack, so Bürgermeister Franz Josef Kraus, sei im Vergleich zum bisherigen System kostenneutral. Vor allem im Interesse der älteren Bürger plädierte Bürgermeister Kraus für die Einführung des gelben Sackes.
Er verwies aber auch darauf, hin, dass die Containerstandorte eine Lärmquelle darstellten und sehr bald verschmutzt seien. Dies habe die Erfahrung gezeigt. Die Stadt stehe hier in der Verantwortung und müsse für die Sauberkeit der Container-Standorte sorgen.
Hubert Herbst (CSU) bekannte sich als einer der eifrigsten Befürworter des gelben Sackes, machte aber deutlich: So geht's nicht. Der gelbe Sack solle zwar eingeführt werden, doch der Wertstoffhof müsse beibehalten werden. Der Stadt werde alles draufgepackt, was das Landratsamt nicht machen wolle. Mit Depot-Containerstandorten sei das Fehlen eines Wertstoffhofes nicht auszugleichen. So bekräftigte er sein grundsätzliches Ja zum gelben Sack, weil hier die Ökobilanz deutlich besser sei als bei einem Bringsystem, machte daber deutlich: Es gibt noch einiges abzuklären.
Kollege Wolfgang Minderlein plädierte dafür, eine Broschüre an die Bürger zu verteilen, damit sie wissen, was in den gelben Sack gehört und was nicht. Noch abgeklärt werden soll, ob und wo Grüngut und Bauschutt in kleinen Mengen abgegeben werden kann. Außerdem soll mit den Handelsketten, deren Bereitschaft erkundet werden, auf ihren Parkplätzen einen Glascontainer aufzustellen. Diese Standorte wurden deshalb als ideal erachtet, weil dort auch die Flaschen gekauft würden.
Das Gremium einigte sich schließich auf den Vorschlag von Vizebürgermeister Alfons Dorn grundsätzlich grünes Licht für den gelben Sack zu geben. Einzelheiten müssten mit dem Landratsamt angeklärt werden. Nun entscheidet über das Pilotprojekt der Umweltausschuss des Kreises.
Josef Hofbauer