"Öko-Konto" ist prall gefüllt

Ebermannstadt geht in Sachen Ausgleichsflächen für Baugebiete mit gutem Beispiel voran

FORCHHEIM-LAND. Mit Stolz verwies Bürgermeister Franz Josef Kraus, Ebermannstadt, in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses darauf, dass das so genannte "Öko-Konto", das ab 1. Januar kommenden Jahres für alle Gemeinden verpflichtend wird, bereits prall gefüllt ist. Ebermannstadt übernimmt hier landkreisweit eine Vorreiterrolle.

Die genaue Fläche konnte Herbert Herlitz, Leiter des Hauptamtes noch nicht angeben, vermutlich werde sich das Gesamtareal bei 20 Hektar bewegen. Hintergrund: Vor allem die größeren Flächen müssen noch einmal von einem Landschaftsarchitekten überplant werden. Erst dann steht exakt fest, welche Flächen dem ÖkoKonto gut geschrieben werden können. Die Beurteilung, ob eine Fläche ganz oder nur zum Teil angerechnet wird, hängt von der ökologischen Qualität des jeweiligen Grundstücks ab.

Die größten zusammenhängenden Gebiete, die dafür vorgesehen sind, liegen in den Gemarkungen Rüssenbach und Niedermirsberg. Da die Flächen zum Teil auch für das "Beweidungskonzept Lange Meile" vorgeschlagen waren und nur einer der beiden Maßnahmen zugeordnet werden dürfen, beschloß der Stadtrat Ebermannstadt, das Architekturbüro "arc. grün", Nürnberg, mit der Detailplanung zu beauftragen.

Im Bereich des "Wachknocks" bei der Burg Feuerstein, wo die Gemarkungen Niedermirsberg, Rüssenbach und Breitenbach aufeinandertreffen, sollen auf einer knapp 17 Hektar großen Fläche 80 Prozent des Nadelholzbestandes entfernt und die Kalkmagerrasen als Weideflächen genutzt werden. In Niedermirsberg soll eine Talaue entbuscht, Wasserrückhaltestellen angelegt und der Säulenpappelbestand entfernt werden.

In Ebermannstadt sollen die Kalksinterflächen, die die Stadt eingetauscht hat, durch Abholzen der Nadelbäume ökologisch aufgewertet werden. Gasseldorf bringt zwei Orchideenwiesen ein, Moggast steuert eine Obstwiese mit Hochstämmen und einen Heckengürtel bei und aus Eschlipp werden Flächen, die nicht in das "Beweidungskonzept Lange Meile" Eingang finden, auf das Öko-Konto gebucht.

Bürgermeister Kraus verwies darauf, dass es nicht genüge, Flächen auf dem Öko-Konto zu deponieren. Sie müssten auch gepflegt werden. Die dabei entstehenden Kosten - auch der eventuell notwendige Grunderwerb, der in Ebermannstadt aber wegfällt, weil es sich ausschließlich um städtische Flächen handelt - werden den Erschließungskosten zugeschlagen. Das Bauen wird folglich teurer.

Mit den in Aussicht stehenden "Ausgleichsflächen" ist die weitere bauliche Entwicklung von Ebermannstadt gesichert. In Gemeinden mit einer dynamischen Entwicklung, so steht es in den "Handlungsempfehlungen" der Unteren Naturschutzbehörde zum "Öko-Konto", werde ein erheblicher Ausgleichsbedarf entstehen. Gemeinden, die nicht darauf vorbereitet sind, müssen künftig mit erheblichen Verfahrensverzögerungen rechnen.

Josef Hofbauer


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